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Recht auf Reparatur: Steve Wozniak hat Recht im Unrecht

08.07.2021 | 10:30 Uhr | Halyna Kubiv

In den USA eskaliert die Diskussion um Recht auf Reparatur weiter – nun äußert sich der Apple-Mitbegründer Steve Wozniak.

In den USA wurde die Diskussion um Recht auf Reparatur weiter entfacht: Der US-Präsident Joe Biden will demnächst einen Erlass veröffentlichen , womit er die US-Handelskommission FTC damit beauftragt, neue Reparaturregeln zu konzipieren. Damit wird der Reparaturmarkt etwas liberalisiert, die Hersteller werden demnach freie Anbieter nicht so sehr einschränken können.

Woz meldet sich per Cameo-Video

In diese Diskussion hat sich überraschenderweise Steve Wozniak eingeschaltet, in einem zehnminütigen Antwort-Video auf der Promi-Plattform Cameo hat er auf die Anfrage von Louis Rossmann geantwortet. Letzterer ist übrigens auch kein Unbekannter bei der Apple-Berichterstattung . Wozniak hat sich bei der Gelegenheit etwas Zeit genommen und für Recht für Reparatur plädiert. Nach seiner Auffassung würde es Apple als Firma nicht geben können, hätte man zu der Zeit in den Siebzigern Anleitungen und Bestandteile zu den gekauften Geräten nicht frei erlangen können. Er hatte mal mit Radios experimentiert und mal Röhrenfernseher reparieren können, all das habe sich auf seine Entwicklung als Ingenieur ausgewirkt. Auch ersten Apple-Rechner, Apple I und Apple II, waren offen. Bei Apple I mussten die Käufer die Platine in ein Gehäuse einbauen und selbstständig Monitor und Tastatur anschließen. Diese Erfahrung überträgt Steve Wozniak auf moderne Technik und verlangt, Hersteller mögen erlauben, dass die Kunden die gekauften Sachen selbst reparieren können. "Wem gehört dein Computer? Dir oder irgendeiner  Firma?"

Unsere Meinung:

Die Diskussion um das Recht für Reparatur finden wir wichtig, allerdings sind die Argumente von Wozniak recht einseitig. Er lässt außer Acht, dass sich die Technik in den vergangenen vierzig Jahren extrem miniaturisiert hat. Es fällt recht schwer, sich vorzustellen, dass Schüler heute eine Apple Watch kaufen, um daran zu basteln und etwas zu verändern, wie Wozniak dies mit den damaligen Fernsehapparaten machen konnte. An dem Kern der Sache ändert das jedoch nichts: Vor allem Apple ist besonders restriktiv, was die Anleitungen und Originalteile angeht. Gleichzeitig kann man nicht sagen, dass alle Entscheidungen aus Cupertino sich zum Vorteil der Nutzer auswirken: Bei den klemmenden Tasten in den Macbooks mit der Schmetterlingstastatur musste man gleich das ganze Gehäuse wechseln – eine reine Verschwendung an Zeit, Kosten und Ressourcen.

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