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Rundfunkbeitrag: Bis zu 395.000 Euro verdient ein ARD-Intendant

14.08.2020 | 15:40 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

395.000 Euro pro Jahr verdient ein ARD-Intendant. Redakteure bekommen bis über 10.000 Euro im Monat.

Sie wollen wissen, wofür Ihr Rundfunkbeitrag unter anderem verwendet wird? Dann dürfte diese Veröffentlichung der ARD interessant sein: So viel verdienen die Mitarbeiter der ARD. Die Intendanten sind die Spitzenverdiener der ARD. Je nach Landesrundfunkanstalt variiert die Höhe des Jahresbruttogehalts aber deutlich. So verdiente der Intendant des Saarländischen Rundfunks im Jahr 2019 als Grundvergütung „nur“ 245.000 Euro, der Intendant des deutlich größeren Bayerischen Rundfunks dagegen sogar 388.000 Euro. Der WDR-Intendant ist mit 395.000 Euro der Spitzenverdiener. Der Medien-Nachrichtendienst Kreis ergänzt, dass der Intendant des ZDF im Jahr 2018 369.000 Euro verdient habe. Die durchschnittlichen Monatsgrundgehälter der Direktorinnen und Direktoren der Landesrundfunkanstalten der ARD reichen wiederum von 14.202 Euro/Monat im Saarland bis üppige 19.989 Euro/Monat beim NDR.

Und wie viel verdienen die Mitarbeiter, die die täglichen Inhalte produzieren? Ein Redakteur bekommt beim Einstieg in der niedrigsten Gruppe und Stufe ein Grundvergütung von 3.681 Euro/Monat. Maximal bekommen Redakteure aber sogar 10.728 Euro/Monat (durchschnittlich dauert es 20 Jahre bis zum Erreichen der letzten Vergütungsstufe einer Berufsgruppe, wie die ARD erläutert). Ein Kameramann/Kamerafrau verdient wiederum zwischen 2.886 bis 8.605 Euro im Monat. Auszubildende/r 1. bis 3. Jahr verdienen zwischen 764 bis 1.207 Euro und Programmvolontäre/innen zwischen 1.634 bis 2.278 Euro im Monat.

Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (Kef) hat die hohen Gehälter bei ARD und ZDF in Zusammenhang mit der für 2021 geplanten Erhöhung des Rundfunkbeitrags kritisiert : Rundfunkgebühr - zu hohe Gehälter bei ARD und ZDF. Doch ARD-Chef Tom Buhrow (zugleich Intendant des WDR und damit mit einem Jahresgrundgehalt von 395.000 Euro der Spitzenverdiener unter den Intendanten) hat die geplante Erhöhung des Rundfunkbeitrags verteidigt. In diesem Zusammenhang sollte nicht vergessen werden, dass die Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag nicht nur für die laufenden Gehälter, sondern auch für die erheblichen Pensionskosten benötigt werden.

Angesichts der doch recht ordentlichen Gehälter und der Kritik an deren Höhe dürfte die Forderung der Gewerkschaft Ver.di nach einer stärkeren Erhöhung des Rundfunkbeitrags als bisher geplant in der Deutschen Bevölkerung kaum mehrheitsfähig sein: Ver.di - Rundfunkbeitrag soll stärker erhöht werden.

Die öffentlich-rechtliche Rundfunkgebühr soll teurer werden - aber warum eigentlich?

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