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SAP NetWeaver: Wenn der Umstieg zu einem DDoS-Angriff wird

08.03.2019 | 16:00 Uhr | Halyna Kubiv

Der Umstieg auf eine neue IT ist immer nicht ohne, was passiert aber, wenn sich auch noch die Nutzer dagegen wehren?

Jeder, der schon mal auf iOS x+1 umgestiegen ist, weiĂź, dass selbst die komfortabelsten Updates wie sie Apple liefert, die Hardware beanspruchen: Das System indiziert das Filesystem neu, so scheint es dem Nutzer, dass der Akku schnell leer ist und allgemein das Handy langsamer. Was passiert dann, wenn der Anwender nicht mitmacht, und das Update behindert? Datenverluste oder gar Defekte sind vorprogrammiert.

Ein kurioses Gegenbeispiel hat sich jedoch in der Ukraine in der letzten Woche ereignet. Dort ist die gesamte Gaswirtschaft des Landes am 1. März von der Monats- auf die Tagesbilanz umgestiegen. Den Umstieg hat die staatseigene Firma Ukrtransgas vorbereitet und begleitet, in etwa vergleichbar mit der Bundesnetzbehörde. Das neue System wurde auf den Namen Iplatforma getauft. Die Software hat SAP mit SAP NetWeawer geliefert, die Hardware, also Server hat die Behörde selbst aufgestellt. Offenbar waren die Endnutzer der neuen Plattform, einzelne private Gaslieferanten in den Regionen, nicht so richtig zufrieden mit dem neuen System. Nicht nur die Oberfläche war neu, auch die Messungen bei den einzelnen Abnehmern sollten genauer werden, damit der Spielraum für Missbrauch etwas enger.

Am 5. März hat auf einer Pressekonferenz zum Umstieg Ukrtransgas einige Medienberichte erwähnt , die behaupteten, das neue System funktioniere nicht richtig und habe sich beim Umstieg aufgehängt. Ukrtrasgas bestätigte davon nur einen Aspekt: Tatsächlich habe das neue System in den letzten Stunden vor dem endgültigen Umstieg und Go-Live unter extremer Last gearbeitet, innerhalb von zwei Stunden, vom 12:30 bis 14:30 am 28. Februar wurden von den Lieferanten 32 Mio. Files auf die Server der Firma hochgeladen. Diese sind nach technischen Anforderungen XML-Dateien, zusätzlich archiviert als ZIP oder RAR, den genauen Datendurchsatz pro Sekunde gab der Betreiber nicht bekannt. Die Möglichkeit zum Upload stand bereits am 22. Februar zur Verfügung , nur zwei von 44 regionalen Lieferanten haben diese Option in ersten Stunden genutzt. Nach dem Ansturm von Kundendaten zu Beginn hat sich jedoch die Datenübertragung wieder normalisiert. Ausfälle wurden bis jetzt keine gemeldet.

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