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Sammelklage gegen Apple: Verletzt iTunes die Privatsphäre?

28.05.2019 | 09:46 Uhr | Peter Müller

Eine brisante Klage wurde in den USA eingereicht: Angeblich verkauft Apple private Daten aus iTunes an Marketing-Firmen.

Apple nimmt es mit der Privatsphäre seiner Kunden aber nicht immer so genau, behauptet eine von Leigh Wheaton, Jill Paul und Trevor Paul aus Rhode Island und Michigan eingereichte Sammelklage gegen den Konzern. Informationen über den Hörverlauf in iTunes würde Apple demnach sammeln und verkaufen, ohne die Zustimmung der Nutzer einzuholen.

Die 54seitige Klageschrift , die am Bezirksgericht von Nordkalifornien einging, behauptet, dass die in Zusammenhang mit iTunes eingeholten Daten nicht auf dem iPhone blieben. Dritte könnten eine Liste von Kunden kaufen, die bestimmte Kriterien erfüllten und so etwa erfahren, welche Musik unverheiratete Frauen über 70 mit einem Jahreseinkommen jenseits der 80.000 US-Dollar hören würden. Derartige Listen mit Namen und Adressen würden 136 US-Dollar pro tausend aufgelisteter Kunden kosten. 

In Apples Datenschutzrichtlinien steht, Informationen über gekaufte und gestreamte Titel in iTunes würde man sammeln, um personalisierte Anzeigen im iTunes Store zeigen zu können, von einer Weitergabe an Dritte ist nicht die Rede. Die Klageschrift moniert jedoch, dass Apple an die App-Entwickler bestimmte APIs, genannt MediaPlayer Framework APIs, herausgibt. Diese APIs können den Dritt-Entwicklern die Einblicke in private Daten wie die iTunes-Kaufgeschichte geben. Die Sammelklage fordert für die rund 100 Kläger, die sich ihr angeschlossen haben, Schadensersatz von 5 Millionen US-Dollar, für jeden Bürger aus Rhode Island 250 US-Dollar, für jeden aus Michigan 5.000 US-Dollar, entsprechend der dortigen Gesetze.

Sollten sich die Vorwürfe aber als korrekt erweisen und Apple tatsächlich Daten aus iTunres an Dritte verkaufen, die sie mit weiteren Informationen anreichern und weiter verkaufen, wäre der Imageschaden aber deutlich höher. Apple könnte dann nicht mehr behaupten, Daten seiner Kunden sensibler als Facebook oder Google zu behandeln. Eine Stellungnahme Apples oder seiner Anwälte liegt bisher nicht vor.

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