2587127

Schiller: Unter 15 Prozent wäre es Geldwäsche

18.05.2021 | 09:40 Uhr | Peter Müller

Apple-Fellow Phil Schiller hat im Prozess von Epic Games gegen Apple ausführlich ausgesagt - und so manches aus dem Nähkästchen geplaudert.

In seiner Aussage im Prozess Epic vs. Apple hat Apple-Fellow Phil Schiller einige interessante Fakten zum App Store verraten, die der Öffentlichkeit bis dato nicht bekannt waren, berichtet Apple Insider.

So zahlen auf dem Apple TV etwa die Teilnehmer des Apple Video Partner Program schon im ersten Jahr nur 15 Prozent Kommission. Apple betrachtet das als Entgegenkommen für die Unterstützung der TV-Plattform und den Aufwand für die notwendige Siri-Integration, damit man per Sprachbefehl aus dem gesamten Angebot die richtige Show finden kann.

Die Klage von Epic Games wegen zu hoher Gebühren hat Apple dazu gebracht, für Unternehmen, die weniger als eine Million US-Dollar Umsatz im Jahr in App Store generieren, nur einen reduzierten Satz zu veranschlagen. Das Small Business Program , das seit Anfang dieses Jahres gilt, habe man seit 2016 geplant, sagt Schiller aus. Die Klage Epics habe die Umsetzung aber ein wenig beschleunigt. Warum die Gebühr nicht unter 15 Prozent fallen konnte, begründet Schiller mit Befürchtungen, der Service könne anderweitig zur Geldwäsche oder Betrug genutzt werden, die eigene Betrugsabteilung habe diesbezüglich Bedenken geäußert.

Eigene Abteilung zur Gefahrenabwehr

Diese arbeite unter dem Akronym FEAR, was nicht " F*** Everyone And Run " bedeutet, sondern für "Fraud", "Engineering", "Algorithms" und "Risk" steht. Diese Abteilung arbeitet unabhängig von der regulären Freigabe und unter anderen Voraussetzungen.

Apples Richtlinien verbieten zwar Werbung für die Services von App-Anbietern innerhalb der App, wenn diese außerhalb angeboten werden. Laut Phil Schiller können Entwickler aber sehr wohl auf Anfrage E-Mail-Adressen der Kunden bekommen und diese über den Kauf von Inhalten außerhalb des App Stores informieren. Diese Mails lassen sich aber nicht für Target-Advertising nutzen, versichert Schiller.

Es gebe auch noch einen wesentlichen Unterschied zwischen Streaming-Anbietern wie Netflix und Spiele-Streamern wie xCloud: Bei ersteren stimmen die Kunden den Bedingungen des gesamten Services zu, bei letzterem bei jedem Spiel einzeln. Apple möchte aber die Kontrolle bei Spielen hinsichtlich Altersfreigabe, Kindersicherung und Datenschutz auf Basis jeder einzelnen App behalten.

Macwelt Marktplatz

2587127