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Schlechte Noten für Apple Music von der Stiftung Warentest

25.08.2016 | 13:30 Uhr |

Von Apple Music ist die Stiftung Warentest bei einem aktuellen Vergleichstest wenig begeistert – was vor allem an den AGB liegt.

Keinen Stich kann Apples Musikdienst beim aktuellen Vergleichstest der Stiftung Warentest machen. Den ersten Platz erhält aber keiner der großen Konkurrenten wie Spotify oder Tidal. Zu unserer Überraschung gewinnt der unter iOS selten genutzte deutsche Dienst Juke Musik, betrieben von Media-Saturn. Der zweite Platz geht an Deezer, der dritte an Tidal. Deutlich schlechter schneiden dagegen alle großen global agierenden Anbieter ab. Nur für einen fünften Platz reicht es bei Apple Music, immerhin noch vor Spotify und Google Play. Amazon Prime Music landet auf dem letzten Platz, vor allem wegen des unzureichenden Katalogs - allerdings handelt es sich beim getesteten Prime Music eher um eine Lite-Version für Prime-Kunden.

Der Test ist nach unserer Meinung aber durch einige Merkwürdigkeiten angreifbar. Bei Bedienung und Tonqualität schneidet Apples Musikdienst sehr gut ab und erzielt mit Qobuz die beste Tonqualität. Etwas inkonsequent bemängelt das Institut dann aber das hohe Datevolumen beim Download eines Albums – obwohl gute Tonqualität nur mit einer höheren Datenrate der Musikdateien möglich ist. Aber auch die fehlende Abspielmöglichkeit per Webbrowser ist bei Apple Music ein Kritikpunkt, was vielleicht nicht jeden Anwender interessiert. Was aber sowohl Apple als auch Spotify vor allem eine gute Note kostet sind die AGB und Datenschutzerklärung: Beide sind laut Stiftung Warentest mangelhaft. So seien sie nicht nur unverständlich, sondern enthielten Klauseln, die vor deutschen Gerichten keine Gültigkeit haben. So wolle Apple Standortdaten des Nutzer erheben und weitergeben, auch ohne Einwilligung des Kunden.

Unsere Meinung

Das schlechte Abschneiden von Apple Music können wir nur begrenzt nachvollziehen. Der Dienst ist nicht perfekt, bemängeln würden wir eher als gut bewertete Bereiche wie den Bedienkomfort der iOS-App.

Deutsche Anbieter sind beim Thema AGB mangels regionaler Anpassungen automatisch im Vorteil: Keine Mängel weisen neben Napster deshalb auch nur die beiden deutschen Dienste auf: Juke Music und Aldi life Musik. Man muss aber einräumen, dass bei den US-Diensten hier etwas Arroganz im Spiel ist. AGBs für den deutschen Markt sind bei US-Unternehmen oft simple Übersetzungen der US-Version und die Geschäftsbedingungen von Firmen wie Whatsapp, Facebook und Youtube weisen chronische Mängel auf – sind aber deshalb auch nicht rechtlich bindend. So gab es etwa mit Apple bereits einige Auseinandersetzungen mit Verbraucherzentralen zum Thema Gewährleistung . Fachmagazine wie Macwelt, Computerbild oder PC-Welt sind aber bei diesem Thema vielleicht über die letzten Jahre etwas zu gleichgültig geworden.

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