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Schnitzeljagd nach dem iPhone

31.07.2014 | 13:21 Uhr | Halyna Kubiv

Apple baut seit iOS 5 kontinuierlich die Sicherheitsvorkehrungen für die mobilen Geräte aus. Geht ein iPhone verloren oder wurde verlegt, ist es leicht zu finden...

Soweit die Theorie, doch wie funktionieren die Sicherheitsmechanismen in iOS in der Praxis? Hat jemand schon das eigene iPhone mit Hilfe von iCloud gefunden?

Die zweite Frage lässt sich durchaus positiv beantworten – unser ehemaliger Kollege Clemens Fetzer hat uns seine Geschichte einer iPhone-Schnitzeljagd in München erzählt. Angefangen hat die Story wie ein x-beliebiges Wochenende. Unser Protagonist hat sich mit seinen Freunden zu einem Feierabendbier verabredet. Als erfahrener Bald-Nicht-Mehr-Raucher trat der Kollege im Laufe des Abends kurz vor die Tür, das Gerät hat er wohl an der Theke liegen lassen.

Zurückgekehrt in das Lokal bemerkte er, dass sein Smartphone weder in der Hosentasche steckte, noch anderswo zu sehen war. Zuerst wendete er analoge Hilfsmittel an, Befragungen des Kellners und anderer Gäste haben jedoch nichts gebracht – angeblich hat niemand das herrenlose iPhone oder gar sein Verschwinden gemerkt. Danach griffen die technik-affinen Anwesenden auf die iCloud-Funktionen zurück. Einer der Freunde stellte Clemens sein iPhone zur Verfügung, so konnte er über iCloud die iPhone-Suche aktivieren.

iCloud kann iOS-Geräte zwar ziemlich genau orten, wenn auch nicht exakt eine Wohnung oder gar einem Raum darin als Fundort angeben. Das Tool weist aber immerhin auf das Gebäude hin, wo sich gerade das iPhone befindet. Clemens hat bei der ersten Suche Pech gehabt – das iPhone war bereits ausgeschaltet, das Handy lies sich nicht anrufen, die App hat es als offline angezeigt.

Viele solcher Geschichten enden an dieser Stelle, doch unsere hat noch eine Fortsetzung. Immer noch angemeldet auf dem fremden Gerät hat der Kollege fast alle Funktionen für das verlorene iPhone aktiviert, die iCloud nur bietet: Zum einen hat er Benachrichtigung eingeschaltet, die das Smartphone schickt, sobald es sich mit dem Internet verbindet. Zum anderen kann man mit dem Tool dem Finder eine Push-Mitteilung auf das aufgelesen Gerät schicken.

An dem nächsten Tag meldete sich das verschollene iPhone aus dem Nirwana: Das Gerät ging nicht weit von der Verluststelle online. Anrufen lies es sich nicht mehr, der neue Besitzer hat wohl die SIM-Karte ausgetauscht oder einfach die alte herausgenommen. Clemens eilte zu der Fundstelle, doch er kam ein paar Minuten zu spät – das iPhone war wieder offline. An der Adresse, die iCloud angezeigt hat, gab es zu viele gut besuchten Cafés, um jeden Anwesenden einzeln zu befragen.

Am nächsten Tag lag jedoch das Gerät im Briefkasten. Der "Finder" hat wohl bei dieser kurzen Online-Phase auch die Benachrichtigung bekommen, die Clemens in freundlichem, aber bestimmten Ton formuliert hatte: „Ich kann das iPhone immer noch orten. Werfen Sie es in den Kasten in der N-Straße, XY auf den Namen „Fetzer“. Sonst kontaktiere ich die Polizei.“

Fazit dieser Geschichte: Es gibt eigentlich keine Gründe, die nützliche Funktion „Mein iPhone suchen“ auf dem iOS-Gerät oder sogar auf dem Mac nicht zu aktivieren. In der Praxis wirkt sich solche Aktivierung nicht sonderlich auf die Akku-Laufzeiten aus. Im Ernstfall aber spart man damit die Kosten für ein neues iPhone.

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