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Schwedische Verleger unterstützen Spotify gegen Apple

17.04.2019 | 10:46 Uhr | Peter Müller

Einige schwedische Verleger haben einen offenen Brief verfasst: Spotify habe Recht, Apple erpresse ehrliche App-Anbieter.

Der schwedische Medienkonzern Schibstedt stimmt in die Klagen Spotifys über eine angeblich unfaire Behandlung im App Store ein und fordert Regulierung der Plattform. Den offenen Brief haben die Publisher des Svesnka Dagbladet und des Aftenbladet Anna Careborg und Lena K. Samuelsson unterzeichnet. Darin beklagen sie Apples restriktiven Umgang mit Kundendaten – die Verleger hätten keinen direkten Kontakt zu ihren Lesern, könnten daher nicht wissen, was diese genau lesen wollen und  könnten ihnen keine Angebote unterbreiten.

Der Brief suggeriert aber auch, Apple würde vom Erfolg anderer profitieren wollen, "Gerade zu der Zeit, als einige unserer Magazine neue digitale Modelle finden konnten, nutzen sie ihre dominante Marktposition, um ihre Apple-Steuer einzuführen." Sachlich ist das aber nicht ganz korrekt, einen 30-prozentigen Share hatte Apple genau genommen schon mit dem iTunes Music Store im Jahr 2003 eingeführt, als nicht nur in Schweden vor allem tote Bäume für Inhalte herhalten mussten. Apple bietet zudem einen Rabatt an, für Abonnements verlangt Apple nur 15 Prozent ab dem zweiten Jahr. Selbst das scheint Schibstedt zu viel sein, auch Spotify ist der Beitrag zu hoch. Apple argumentierte in einer Antwort an den Streamingdienst, dass dieser alle Vorteile des Vertriebs über den App Store nutzen, dafür aber keinen Beitrag zahlen wolle. Das wiederum veranlasst die Schibstedt-Verlegerinnen, Apple als einen "launenhaften Feudalherren" zu bezeichnen, den die Auswirkungen seines Handelns nicht interessieren.

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