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Sensible Bildschirm-Schutzschicht: „Mit einem Wisch ist alles weg“

30.01.2020 | 17:56 Uhr | Stephan Wiesend

Hat ein Macbook „Staingate“-Flecken, ist eine Kur mit Listerine oder W5 die letzte Möglichkeit. Apples Display-Schutzschichten sind nämlich äußerst dünnhäutig.

Der Tipp klingt absurd, aber er scheint im Prinzip zu funktionieren: Leidet ein Macbook-Bildschirm unter dem sogenannten „Staingate“, bilden sich Flecken bzw. Verfärbungen auf dem Bildschirm. Diese kann man laut Tipps in Web und Youtube auf eine radikale Methode entfernen: Mit dem Auftragen des Mundwassers Listerine oder bestimmten Reinigungsmitteln. Der Hintergrund ist nicht neu, nach unserer Meinung aber recht aufschlussreich: Bei den berüchtigten Displayflecken handelt es sich bekanntlich nicht um „Flecken“, sondern um Beschädigungen einer dünnen Display-Schutzschicht. Macbook-Displays besitzen eine ab Werk aufgebrachte Entspiegelungsschicht, vor allem die Macbooks mit Retina-Displays ab 2012 scheinen für dieses Staingate empfänglich zu sein.

So sehen manche Macbook Pro mit Retina-Display aus
Vergrößern So sehen manche Macbook Pro mit Retina-Display aus
© Macrumors

Apple ersetzt diese beschädigten Displays, allerdings nur dann, wenn das Macbook bis zu vier Jahre alt ist. Bei älteren Macs müsste man Austausch und neues Display selber zahlen, was sehr teuer sein kann.

Auch Listerine eignet sich offenbar gut für die Entfernung von Schutzschichten.
Vergrößern Auch Listerine eignet sich offenbar gut für die Entfernung von Schutzschichten.

Als „Notlösung“ versuchen deshalb einige Anwender, einfach die beschädigte Schutzschicht zu entfernen – das Display bleibt dabei ja funktionsfähig. Besonders einfach ist dieses „Peeling“ mit dem günstigen Listerine möglich, andere Tipps sind Reinigungsalkohol oder Reinigungstücher wie die W5-Tücher von Lidl (die nebenbei auch Hautreizungen verursachen können). Eine Übersicht haben wir etwa hier gefunden , manche Mittel wie Aceton sind etwa zu aggressiv und beschädigen das Display.

Für das Entfernen der Schutzschicht sollt man aber nur geringe Mengen der Flüssigkeit verwenden, auch auf Youtube wird der Vorgang erklärt. Schnell geht es mit Listerine, mittels Reinigungstuch dauert etwa zehn Minuten. Das Ergebnis kann allerdings nicht ganz überzeugen, denn nach Entfernung der Schicht hat das Display zwar keine störenden Flecken mehr, spiegelt aber weit stärker.

Grundsätzlich können wir vom Entfernen der Schutzschicht nur abraten: Zu schnell kann man bei der Entfernung das Display beschädigen und zudem wird die Funktionalität beeinträchtigt. Schiefgehen kann bei der Prozedur viel: Einige Anwender berichten über milchige Displays, Anwender, die zu viel Flüssigkeit verwendeten, klagten über einen hässlichen Blasen-Effekt. Dringt nämlich Wasser in das Display-Innere, können sich hässliche Flecken bilden.

Fazit:

Sinnvoll finden wir diese Staingate-Tipps vor allem als Warnung: Moderne Displays haben sehr empfindliche Oberflächen und sollten keinesfalls mit aggressiven Reinigungsmitteln gesäubert werden. Selbst wenn der Hersteller eines Reinigungsmittels oder Display-Reinigungstuch die Eignung für TFTs und Smartphones verspricht, darf man sich darauf nicht verlasen. Apple empfiehlt für Displays und iOS-Geräte ausschließlich ein weiches fusselfreies Tuch zu verwenden, das man nur leicht anfeuchten soll – damit sollte man sich besser begnügen.

Ähnlich empfindliche Schutzschichten besitzen schließlich auch iPhone und iPad. So dient eine fettabweisende Schutzschicht dazu, Fingerabdrücke weniger sichtbar machen. Klagen übrigens iPhone-Besitzer über kleine Mikro-Kratzer auf dem Display, handelt es sich wohl meist um Schäden einer Schutzschicht – nicht um Kratzer des Display-Glases.

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