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Sensorschaden: Warum man keinen Laser filmen sollte

11.03.2019 | 13:13 Uhr | Stephan Wiesend

Ein Videofilmer berichtet, wie beim Filmen einer Tattoo-Entfernung der medizinische Laser seine Kamera irreparabel beschädigte.

Tätowierungen hat man schnell bereut, so sollte auch eine kleine tätowierte Erdbeere mit der Schrift „I am juicy“ per Laser entfernt werden. Andy Boyd hatte die unglückliche Idee, die Tattoo-Entfernung mit seiner teuren Sony A7SII zu filmen, was sich als sehr kostspieliger Einfall erwies . Wie das auf Youtube zu sehende Video zeigt, erscheinen auf dem Kamerabild erst einzelne dann mehrere grüne Flecken -– die nicht mehr verschwinden. Diese grünen Flecken sind schwere Sensorschäden, welche die 3000-Dollar-Kamera zum Totalverlust machte – die Reparatur war teurer als der Wert der Kamera. Sowohl der Nutzer des Lasers als auch Boyd trugen zwar Schutzbrillen, sie hatten aber den Schaden unterschätzt, den schon die von der Haut reflektierten Laserstrahlen anrichten können.

Das Problem ist nicht völlig neu und betrifft nicht nur die gut eigentlich gut abgesicherten medizinische Laser: Einzelne durch Laser verursachte Sensorschäden wurden auch schon von Konzerten und Fashion-Shows mit Laser-Effekten berichtet . Sogar die Laser-Module selbstfahrender Autos (LIDAR) sollen bereits zu Defekten geführt haben. Laut Berichten sind moderne Laser nämlich so ausgelegt, dass das menschliche Auge nicht gefährdet ist – Kamerasensoren wurden anscheinend nicht berücksichtigt. Besonders anfällig sind offenbar Vollformat-Kameras wie die Sony A7 oder RED, da sie besonders große Bildsensoren und lichtstarke Objektive verwenden – sie sind den Strahlen also besonders intensiv ausgesetzt. Nutzt man sie für Videoaufnahmen, sind die empfindlichen Sensoren besonders gefährdet.

Sind auch Smartphones gefährdet?

Ein Foto mit einem iPhone oder Android-Gerät sollte weniger gefährlich sein, sind doch sowohl Sensor als auch Objektiv weit weniger lichtdurchlässig. Auf das Filmen der nächsten Laser-Effekt-Show mit dem iPhone würden wir aber besser verzichten. So ist diese Art an Defekten Apple offenbar gut bekannt und laut einem durchgesickerten Apple-Store-Dokument sind solche Schäden („Damage due to laser contact with camera“) weder durch Garantie noch Apple Care abgedeckt.

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