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Sexuelle Belästigung: Google zahlte 105 Millionen US-Dollar an Führungskräfte

12.03.2019 | 12:05 Uhr |

Google galt einst als einer der beliebtesten Arbeitgeber weltweit. Seitdem aber die eigenen Mitarbeiter gegen Google demonstrieren, droht ein Wandel dieses Images. Grund ist der Umgang des Unternehmens mit sexueller Belästigung durch Führungskräfte. Anstatt Konsequenzen zu ziehen, zahlt der Konzern Abfindungen in Millionenhöhe.

Laut The Verge sieht sich Google mit einer Aktionärsklage konfrontiert: Diese wirft dem Unternehmen vor, gegen seine Treuepflicht zu verstoßen und nicht ausreichend Machtmissbrauch, ungerechtfertigte Bereicherung und Firmenverschwendung vorzugehen. Demnach war das Unternehmen bereit, 135 Millionen US-Dollar an zwei ehemalige Führungskräfte zu zahlen, die wegen sexueller Belästigung angeklagt wurden.

So bot Google dem ehemaligen Senior Search Vice President, Amit Singhal , einen Betrag in Höhe von 45 Millionen US-Dollar an. Da sich Singhals nach seiner Kündigung jedoch einer konkurrierenden Firma, Uber, anschloss, reduzierte sich das Angebot von 45 Millionen auf 15 Millionen US-Dollar.

Darüber hinaus soll der ehemalige Android-Chef und Erschaffer der Android Mobile Software, Andy Rubin , ein Angebot für Aktienanteile in Höhe von 150 Millionen Dollar erhalten haben, am Ende war Google bereit, eine Abfindung in Höhe von 90 Millionen US-Dollar zu zahlen. Das Abfindungspaket hob automatisch die 150 Millionen Dollar Aktienanteile auf. Insgesamt beläuft sich die Abfindungsbeiträge für Singhal und Rubin auf 105 Millionen US-Dollar.

Aus der Klage geht hervor, dass Googles Leadership Development and Compensation Committee die Zahlungen genehmigt haben soll. Google selbst hat ebenfalls Stellung zu dem Vorfall bezogen: "Es gibt ernste Konsequenzen für jeden, der sich bei Google unangemessen verhält. In den letzten Jahren haben wir viele Veränderungen an unserem Arbeitsplatz vorgenommen und sind immer härter gegen unangemessenes Verhalten von Mitarbeitern in Autoritätspositionen vorgegangen."

Die Aktionärsklage fordert einen Prozess und fordert einen besseren Umgang mit zukünftigen Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung. Die Klage umfasst insgesamt 202 Seiten, davon seien 119 Seiten Medienberichte von Unternehmen wie dem Wall Street Journal oder der BBC, die als Beweismittel dienen und Google nachweisen sollen, Führungskräfte "ungezügelte sexuelle Belästigung" zu ermöglichen.

Bereits im November protestierten Google-Mitarbeiter gegen den Umgang mit Beschwerden über sexuelle Belästigung. Daraufhin lenkte Google ein, seine Politik der Zwangsschlichtung in Fällen von Diskriminierung und Belästigung zu beenden. Zusätzlich sollen alle Mitarbeiter im jährlichen internen Bericht über Vorfälle sexueller Belästigung informiert werden.

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