969682

Sicher ist sicher – Empfehlungen des BfS

17.05.2007 | 09:00 Uhr |

Sicher ist sicher – Empfehlungen des BfS

Da es theoretisch das Risiko gibt, dass Handystrahlung über einen langen Zeitraum die Gesundheit schädigen könnte, vertritt das Bundesamt für Strahlenschutz die Haltung "sicher ist sicher". Die Behörde empfiehlt eine "Expositions-Minimierung": Verbraucher sollten ihr Handy so nutzen, dass die Strahlungsbelastung möglichst gering ist. Dazu hat das Bundesamt einige Tipps veröffentlicht . So sollte man, wenn möglich, auf ein Festnetztelefon zurückgreifen und die Gespräche über das Handy kurz halten. Bei schlechtem Empfang rät das Amt vom mobilen Telefonieren ab, da hier das Handy mit höherer Leistung senden muss. Autofahrer sollten daher grundsätzlich eine Außenantenne installieren, wenn sie aus dem Wagen heraus telefonieren. Ansonsten rät das Bundesamt, ein Headset zu verwenden, um den Abstand zwischen Kopf und Antenne zu vergrößern, und vermehrt SMS-Nachrichten zu versenden statt Handy-Telefonate zu führen.

Fazit

Die überwiegende Mehrheit der Forscher konnte bislang keinen gesundheitsschädlichen Effekt von Handy-Strahlung feststellen. Diskutiert wird allerdings, ob mögliche Gesundheitsschädigungen erst nach einem längeren Zeitraum auftreten könnten. Diese Möglichkeit besteht theoretisch und kann erst durch zukünftige Studien ausgeschlossen werden, die das Gesundheitsrisiko von Langzeitnutzern untersuchen.

Sinnvoll ist daher die Empfehlung des Bundesamtes für Strahlenschutz, die Strahlungsbelastung vorsorglich gering zu halten. Bis weitere Erkenntnisse vorliegen, wird mit Sicherheit die eine oder andere Sensationsmeldung in den Medien landen. Das liegt mitbegründet in der wissenschaftlichen Arbeitsweise. Da Forscher möglichst viele Publikationen vorweisen müssen, werden oftmals – wie beim aktuellen Interphone-Projekt – Teilergebnisse veröffentlicht. Dies steigert die Gefahr, dass Journalisten einzelne Ergebnisse aus dem Zusammenhang reißen und dramatisieren. Bis zum „Handy-Krebs“ ist es dann nicht mehr weit.

Info

Empfehlungen des BfS zum Handy-Telefonieren

Tabelle mit SAR-Werten von erhältlichen Handys (Stand 12/2006)

Cellular Phones, Cordless Phones, and the Risks of Glioma and Meningioma (Interphone Study Group, Germany), Studie von Joachim Schüz et al., 2006

Case-Control Study on Cellular and Cordless Telephones and the Risk for Acoustic Neuroma or Meningioma in Patients Diagnosed 2000-2003, Studie von Lennart Hardell et al., 2005 (kostenpflichtig)

Macwelt Marktplatz

969682