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Sichten und Organisieren

28.10.2006 | 09:00 Uhr

Damit gleicht das Dateimanagement-konzept von Aperture in großen Teilen dem von Photoshop Lightroom, kann aber besser mit dem Dateisystem synchronisieren und empfiehlt sich so für ein sicheres Backup. Am bislang schon eingängigen Dateimanagement von Lightroom hat sich nicht sehr viel geändert. Beim Import lassen sich nun EXIF-Daten der Aufnahmen für eine Umbenennung mit einbinden, sofern die Bilddaten nicht nur referenziert werden. Neu ist der Photo Binder, eine Art Container, in den man von Lightroom organisierte Bilder mitsamt Metadaten und Lightroom-Einstellungen verpacken kann. Photo-Binder-Ordner können so an andere Lightroom-Installationen weitergegeben oder archiviert werden.

Mit Previews geht Lightroom anders als Aperture um. Schon beim Import kann man wählen, ob Lightroom bereits vorhandene Preview-Daten der Bilddatei nutzen oder eigene Previews rendern soll. Auch nach dem Import lässt sich noch festlegen, auf welche Art Previews erzeugt werden sollen. Um den Speicherplatz für Preview-Daten nicht ausufern zu lassen, kann man Preview-Dateien nach einem festgesetzten Zeitlimit automatisch löschen, etwa wenn Bilder seit 30 Tagen nicht gesichtet wurden.

Aperture hingegen generiert immer Preview-JPEGs. Ein Drag-and-drop-Versuch auf den Schreibtisch liefert folgende Ergebnisse: Lightroom dupliziert die Originaldatei auf den Schreibtisch; Aperture dupliziert die selbst gerenderte Preview-Datei im Format JPEG. Direkt aus dem Finder oder aus einer anderen Applikation auf die Aperture-JPEGs zuzugreifen ist allerdings nicht möglich, da Aperture diese Vorschaubilder in seine Library-Datei packt.

Sichten und Organisieren

Benennung: Bei den Dateibenennungsfunktionen schenken sich Aperture und Lightroom nichts. Beide Programme können umfassend auf Metadaten wie hier beim Dialog von Lightroom die EXIF-Informationen zugreifen.
Vergrößern Benennung: Bei den Dateibenennungsfunktionen schenken sich Aperture und Lightroom nichts. Beide Programme können umfassend auf Metadaten wie hier beim Dialog von Lightroom die EXIF-Informationen zugreifen.

Genügend Rechenleistung und möglichst zwei Monitore vorausgesetzt ist Aperture ungeschlagen beim Sichten und Sortieren der Bilddaten. Diese lassen sich zum Beispiel nach Belieben stapeln, was ein eigenes Menü und der Modus Lichttisch unterstützen. Auch für einen zweiten Monitor können Optionen zum Sichten der Bilddaten eingestellt werden. Da nun auch die Tastaturbelegungen auf die Landessprache abgestimmt sind, ist die Navigation hierzulande deutlich komfortabler.

Lightroom ist nicht für einen speziellen Zweimonitorbetrieb konzipiert, löst die Aufgabe der Bildorganisation auf einem einzelnen Monitor aber sehr gut. Vor allem ist das Adobe-Programm bereits in der Beta auf weniger prozessorstarken Rechnern schneller als Apples Aperture. Dies zeigt sich insbesondere beim Sichten von Bildausschnitten. Aperture wartet mit der viel beachteten Lupenfunktion auf, bei der tatsächlich wie bei einer Lupe ein kreisförmiger Bildausschnitt 1:1 oder in Vergrößerung gezeigt wird. Die Aperture-Lupe ist in ihrer Größe anpassbar, kann an einer bestimmten Bildschirmstelle fixiert werden und zeigt die aktuellen Bilddaten unter dem Mauszeiger. Dabei ist es egal, ob man Bilder im Filmstreifen unter dem Mauszeiger hat oder im aktuellen Vorschaubild einen Bildausschnitt genauer betrachten will. Die Anzeige der Lupenvergrößerung lässt jedoch auf weniger prozessorstarken Macs mitunter auf sich warten oder zeigt (wie bei einem unserer Testrechner, einem Powerbook G4 mit 1,5 GHz) manchmal gar keine Ausschnittsvergrößerung. Lightroom ist auf demselben Rechner wesentlich fixer bei der Ausführung seiner Lupenfunktion, die immer eine rechteckige Ausschnittsdarstellung ist und nur für die aktive Vorschau angewendet werden kann. Beide Programme rendern die Lupenansichten aus den Masterdateien.

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