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Smartwatches können Long-Covid-19 vorhersagen

08.07.2021 | 15:16 Uhr | Halyna Kubiv

Eine Langzeitstudie aus den USA zeigt, dass einige Folgen der Covid-19-Erkrankung über fünf Monate bestehen können.

Forschende rund um Jennifer M. Radin an dem Scripps Research Translational Institute in Kalifornien, USA, haben herausgefunden, dass sich eine Covid-19-Infektion auf den Körper noch fünf Monate später nach den ersten Symptomen auswirken kann. Dafür hat das Institut die Datenspende-App namens " My Data Helps " entwickelt. Seit dem 25. März 2020 und bis 24. Januar 2021 haben 37.146 Nutzer die App heruntergeladen, mit ihrer Smartwatch verbunden und nach Einwilligung ihre Daten gespendet. In diesen zehn Monaten haben 875 Studienteilnehmer über Erkältungssymptome geklagt und wurden daraufhin auf Infektion mit Covid-19 getestet. 234 von den getesteten Teilnehmern warten positiv, also an Covid-19 erkrankt, bei den restlichen 641 Nutzern war der Test negativ.

Lange Rückkehr zur Normalität

Die Forscher haben dann die Daten der beiden Gruppen miteinander verglichen. Bei der Covid-19-positiven Gruppe hat es insgesamt länger gedauert, bis die Teilnehmer auf ein gewöhnliches Niveau des Ruheherzschlages, der Schlafdauer und allgemeiner Aktivität zurückkehrten. Bei den Covid-19-Erkrankten zeigte sich zudem ein ungewöhnliches Muster bei der Ruheherzfrequenz: Der Puls stieg zunächst für ein paar Tage gleich beim Auftreten der Symptome stark an, fiel dann in den nächsten zehn bis zwanzig Tagen unter das normale Niveau (Brachykardie), wonach sich die Ruheherzfrequenz auf einem erhöhten Niveau einpendelte und über mehrere Monate erhöht blieb.

Ruheherzfrequenz, beobachtet über fünf Monate, bei den Covid-19-Patienten (rot) und Teilnehmern mit einer einfachen Erkältung (blau).
Vergrößern Ruheherzfrequenz, beobachtet über fünf Monate, bei den Covid-19-Patienten (rot) und Teilnehmern mit einer einfachen Erkältung (blau).

Die Wissenschaftler hatten die Patienten aus der Covid-19-Gruppe noch nach dem Ausmaß der Herzfrequenzänderungen unterteilt: Eine kleine Gruppe von 32 Patienten hatte eine Pulserhöhung von über fünf Schlägen pro Minute, bei 99 Covid-19-Infizierten erhöhte sich der Puls zwischen einem und fünf Schlägen pro Minuten zu ihrer normalen Frequenz, die größte Gruppe von 132 positiv auf Covid-19 getesteten hatte nur eine unmerkliche Erhöhung um einen Schlag pro Minute. In der Gruppe mit der stärksten Pulserhöhung korrelierten vor allem die Anfangssymptome wie Husten, Körperschmerzen und erschwerte Atmung sehr stark. Radin schlussfolgert daraus, dass anhand der Symptome gleich nach Beginn der Infektion und der Änderungen beim Ruheherzschlag sich feststellen lässt, wie lange der Patient für eine vollständige Genesung und Rückkehr zum normalen Niveau benötigen wird.

Ein ähnliches Projekt mit der Corona-Datenspende-App betreibt das Robert-Koch-Institut . Bislang haben daran rund eine halbe Million Menschen teilgenommen.

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