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So kam die Touch-ID auf das iPhone - heute vor neun Jahren

29.07.2021 | 10:10 Uhr | Peter Müller

Funktioniert auch mit Maske, jedoch nicht mit Handschuhen: Die Touch-ID ist bei Apple immer noch aktuell.

Von Zeit zu Zeit übernimmt Apple kleinere Firmen und nennt keine Details zu den Plänen, die man damit verfolgt – hört man aus Cupertino stets, wenn wieder eine Akquise vermeldet wird. Manchmal ist es offensichtlich, was Apple konkret vorhat, etwa mit der Übernahme von Beats im Jahr 2014, das den Weg zu Apple Music ebnete und dem Mutterkonzern eine attraktive Audiomarke ins Haus brachte. Andere Übernahmen mögen ein wenig rätselhaft sein und allenfalls etwas über die Stoßrichtung erzählen, aber nicht über die konkreten Pfade, die Apples Entwicklung einschlägt. Auffällig ist es aber schon, dass in den letzten Jahren vor allem KI-Spezialisten und Anbieter von AR/VR-Technologie zu Apple stießen.

Viel Geld für einen Sensor

Die Übernahme, die heute vor neun Jahren bekannt wurde, ließ richtige Schlüsse zu. Mit den von Apple laut Cult of Mac insgesamt für 356 Millionen US-Dollar von Authentec gesicherten Patenten für Hardware und Software ließe sich doch schnell etwas anfangen. So berichtete Macwelt im Juli 2012 von der Übernahme und spekulierte letztendlich richtig, dass Produkte nicht mehr lange auf sich warten lassen müssten. Ein Fingerabdrucksensor im iPhone kam mit dem Modell 5S tatsächlich schon im Herbst 2013, ein Apple eigenes Bezahlsystem, das sich auf die biometrische Authentifizierung verließ, brachte der Hersteller ein Jahr später heraus – und vier weitere Jahre später nach Deutschland.

Das iPhone war nicht das erste Smartphone, das einen Fingerabdrucksensor eingebaut hatte, Motorola war mit dem Mobility Atrix 4G schon 2011 auf den Markt gekommen, nur funktionierte die Technik damals nicht zuverlässig. Authentec hingegen war mit seiner Entwicklung im Jahr 2012 weit vorangeschritten, nachdem es anfangs noch jede Menge Pannen gegeben hatte und ein Pitch bei IBM kolossal schieflief . Das war aber in der Zeit, bevor "Big Blue" seine PC-Sparte an Lenovo verkauft hatte, also vor dem Jahr 2004 …

Apple gewinnt Bieterwettstreit – und treibt Entwicklung voran

Die zunächst Fingerloc genannte Technik war aber zur Zeit der Übernahme durch Apple auf einen Sensor von 8 mm mal 8 mm Fläche reduziert, sodass er unter dem Home-Button des iPhones Platz fand. Im Bieterwettstreit um Authentec und das, was später Touch-ID heißen sollte, musste Apple sich gegen Motorola und Fujitsu durchsetzen.

Schon vier Jahre nach dem iPhone 5S legte Apple mit der nächsten biometrischen Authentifizierung nach, Face-ID genannt. Laut Apple noch schneller und sicherer als die Fingerabdruckerkennung, aber diese spielt bei Apple weiter eine Rolle. Mittlerweile passt sie in den Einschaltknopf des iPad Air und bald in den des iPad Mini, im iPhone 14 könnte ein Fingerabdrucksensor unter dem Display zurückkehren. Alles in allem waren das gut angelegte 356 Millionen US-Dollar, damals vor neun Jahren.

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