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So könnte Chinas Anwort auf die US-Sanktionen aussehen

24.05.2019 | 10:50 Uhr |

Amerikanische Sanktionen machten chinesischen Unternehmen zuletzt schwer zu schaffen. Doch China ist nicht hilflos. Denn auch die USA ist auf chinesische Ressourcen und Produkte angewiesen.

Die neuesten Sanktionen der USA gegenüber chinesischen Unternehmen haben in dieser Woche für viel Aufsehen gesorgt. Leidtragender ist vor allem Huawei, die aus Googles Android-System ausgesperrt wurde . Außerdem hat der britische CPU-Hersteller ARM die Zusammenarbeit mit Huawei beendet , was quasi das Ende für Huaweis Smartphonechip Kirin bedeutet. Huawei steht zweifellos vor der größten Krise ihrer Unternehmensgeschichte.

China wird im Handelsstreit mit den USA zurückschlagen, die Frage ist nur, wann und wie. Möglichkeiten bestehen viele, von Gegenzöllen über Maßnahmen gegen Hersteller wie Apple, die denen die Produktion in China erschweren oder verunmöglichen. Damit würde China aber seiner eigenen Wirtschaft mehr schaden als der des Gegners, Apple und Co. könnten sich mittelfristig andere Länder für ihre Manufakturen suchen und andere Absatzmärkte für ihre Produkte.

China hat aber eine andere Waffe und die hat es in subtiler Weise in dieser Woche bereits vorgezeigt: Seltene Erden. Das berichtet ABS-CBN News. Von Präsident Xi war zwar kein Wort der Drohung zu hören, doch seine Botschaft dürfte auf der anderen Seite angekommen sein, zumindest bei den Erwachsenen in der Regierung. Das chinesische Staatsfernsehen zeigte das Staatsoberhaupt bei einem Besuch einer Fabrik, die aus den Mineralien, die beinahe exklusiv in China geschürft werden, Magnete baut. Produkte dieser Mineralien werden in fast allen technischen Geräten verbaut, von Smartphones über Kameras und sogar bei der Umwandlung von Rohöl in Benzin.

Die Mineralienwaffe hat China bereits vor neun Jahren in einem Territorialkonflikt gegen Japan eingesetzt und damit weltweit die Produktion von Konsumgütern geschockt. Doch auch mit dieser Waffe müsste China sorgsam umgehen, um sich nicht selbst zu schaden oder einen Kollateralschaden für Japan und Südkorea entstehen zu lassen, die im aktuellen Streit nicht die Opponenten sind. Beamte der Trump-Regierung ließen bereits durchblicken, dass die Administration sogar hoffe, dass China in genau diesem Bereich Sanktionen vornehme. Dadurch hoffe man, internationale Großkonzerne dazu zu bewegen, ihre Produktion aus China in die Vereinigten Staaten zu bewegen. Daher auch keine offene Drohung, mit der Botschaft hat China aber klar Alternativen aufgezeigt und einen Blick auf sein Arsenal im Handelskrieg gewährt.

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