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So lange unterstützt Apple seine Macs mit Updates wirklich

09.07.2022 | 19:30 Uhr | Stephan Wiesend

Ausführliche Statistik zu Apples Unterstützung von Macs mit macOS- und Sicherheits-Updates erschienen.

Beim Erscheinen von macOS Ventura war der Aufschrei groß: Nur noch Macs ab etwa 2017 werden vom kommenden System unterstützt. Auch unter Monterey noch gut nutzbare Macs wie ein Macbook Pro von 2016 werden macOS Ventura nicht mehr installieren können.

Viele Anwender – vor allem Besitzer betroffenen Macs – kam dieser Schnitt recht hart vor. Ist dieses Gefühl aber wirklich korrekt? Wie eine umfangreiche Statistik von Ars Technica zeigt , ist es völlig korrekt – man muss aber doch einige Besonderheiten berücksichtigen.

Für die Erstellung der Statistik hat sich der Autor Andrew Cunningham die Mühe gemacht, die Update-Daten von Dutzenden an Macs zu sammeln und in einer umfangreichen Tabelle zu veröffentlichen. Diese ist per Google Docs verfügbar und kann so auch für eigene Auswertungen genutzt werden. So zeigt sie interessante Parallelen beim Wechsel zur Intel-Plattform.

Ab Erscheinen oder ab Verkaufstopp?

Aufwendig wird die Datensammlung schon durch die unterschiedlichen Definitionen von „Software-Unterstützung“  – gibt es doch gleich zwei Möglichkeiten, ab wann man rechnet.

Die sinnvollste Zählung scheint der Verkaufsstopp im Apple Store zu sein: Hat man ein Gerät bei Apple selbst gekauft, kann man wirklich mehrere Jahre an Software-Unterstützung erwarten. Allerdings wird dies von Apple gar nicht versprochen. So bietet Apple offiziell nur fünf Jahre Hardware-Unterstützung – ab dem Zeitpunkt, zu dem das Gerät letztmalig im Apple Store verkauft wurde. Und dabei geht es um Reparaturen der Hardware, etwa den Ersatz eines defekten Displays oder Mainboards. Softwareupdates werden nicht erwähnt. Große Unterschiede ergeben sich aber, wenn ein Gerät sehr lange im Angebot ist und die Hardware eigentlich schon veraltet ist. So unterstützte Apple den Mac Pro von 2013 seit dem Erscheinen insgesamt neun Jahre mit Softwareupdates. Nachdem das Modell aber 2019 aus dem Verkauf genommen wurde, nur noch 2,8 Jahre. Und man muss zugeben: Erwarb jemand noch 2019 einen Mac Pro von 2013, darf er sich über mäßige Langzeit-Unterstützung nicht wundern.

Unterscheiden muss man deshalb immer zwischen macOS-Support nach Ende des Verkaufs und macOS Support nach erstmaligem Erscheinen im Apple Store.

Wurde das Macbook Pro auffällig früh ausgestoppt?

Die Daten sind interessant und bestätigen viele Vermutungen. So liegt man mit seiner Vermutung über das Macbook Pro 2016 nicht falsch: Nur 5,8 Jahre wird Apple das Gerät seit dem Verkaufsstart unterstützt haben, üblich sind bei Macbook Pro aber im Schnitt 6,8 Jahre. Auch ein Käufer, der noch 2017 einen Mac Mini von 2014 gekauft hat, wird sich über die fehlende Ventura-Unterstützung ärgern. Das ist wirklich auffällig kurz, aber bei Apple schon einmal vorgekommen – beim Wechsel zur Intel-Plattform.

Käufer eines Macbook Pro erhielten bisher viele Jahre macOS-Updates.
Vergrößern Käufer eines Macbook Pro erhielten bisher viele Jahre macOS-Updates.

Sorgt ein Systemwechsel für kurze Verfallszeiten?

Der Wechsel von Intel zu Apple Silicon hatte einen Vorgänger: Ab 2006 wechselte Apple nämlich von der PowerPC-Plattform zu Intel. Ein aufwendiger Plattformwechsel, bei dem parallel Intel- und PowerPC-Geräte im Angebot waren. Wählte man damals die abgekündigte PowerPC-Plattform, musste man schon damals mit kurzer Software-Unterstützung leben: Das noch bis 2006 verkaufte Macbook 13-Zoll mit PowerPC erhielt nach dem Verkaufsstopp nur noch für drei Jahre macOS-Updates. Im Laufe der Jahre gab es aber ein paar Sonderfälle, wie die ersten Macbooks mit Intel-CPUs. So erhielt das schicke Macbook von Ende 2008 zum Verdruss der Käufer nach Verkaufsende nur noch 2,8 Jahre Updates.

Nach der erfolgreichen Umstellung wurde die Unterstützungsdauer der Macs aber dann erfreulich lang. Erwarb man nach 2010 ein Macbook Pro, konnte man mit sieben bis acht Jahren macOS-Updates rechnen. Vermutlich ist es diese lange Software-Unterstützung, an die sich die meisten Nutzer erinnern und mittlerweile auch erwarten.

Warum?

Die Begründung ist nicht immer nachvollziehbar, oft ist wohl die Unterstützung alter Komponenten die Ursache. So muss ein Betriebssystem schließlich nicht nur CPU und Grafikkarte, sondern auch zahlreiche weniger wichtige Module unterstützen – was Arbeitszeit und zusätzliche Fehlerquellen bedeutet. Auch Sicherheitsprobleme könnten eine Ursache sein.

Sicherheitsupdates

Fast noch wichtiger als Systemupdates sind aber wohl Sicherheitsupdates, um bekannte Sicherheitslücken im System zu schließen. Hier erhält man als Besitzer eines alten Macs auch nach Auslaufen der macOS-Unterstützung einige Jahre weitere Sicherheitsupdates. Laut Statistik sind es übrigens zwei Jahre: Erscheint Ende 2022 Ventura, sollte man also bis Ende 2023 noch Sicherheitsupdates für Big Sur und bis Ende 2024 Sicherheitsupdates für Monterey erhalten – etwa für sein altes Macbook Pro 2016.

Fazit:

Der Wechsel zur ARM-Plattform ist ein harter Schnitt für Besitzer von Intel-Macs – war aber kein Sonderfall. Hat man sich in den letzten beiden Jahren zum Kauf eines Intel-Macs entschieden, wird man aber wohl noch zwei oder drei Jahre mit macOS-Updates rechnen können – und zwei weitere Jahre mit Sicherheitsupdates.

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