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So lief der Mac-Kauf im Jahr 1994 – 4 MB RAM, 160 MB Speicher für 1900 USD

30.04.2021 | 15:48 Uhr | Thomas Hartmann

Filmemacher David Hoffman zeigt, wie der Computerverkauf samt Mac-Beratung 1994 im Laden verlief – und das im legendären Palo Alto in Kalifornien.

Im Jahr 1994 arbeitete der Filmemacher David Hoffman für ein Silicon Valley-Startup namens General Magic, berichtet "Cult of Mac" . Und er zeichnete seinen Versuch, einen Verkäufer damals für Forschungszwecke über die Top-Macs in einem Verkaufsladen zu befragen, mit der Kamera auf. Das Ergebnis, das Hoffman damals ins Archiv steckte, weil es ihm langweilig vorkam, lässt sich inzwischen auf seinem Youtube-Kanal unter dem Titel ” What It Was Like To Buy A Computer In 1994 ” knapp vier Minuten lang betrachten.

Höhepunkt des ersten aufgezeichneten Verkaufsgesprächs mit dem Videomacher selbst ist ein Performa 600, der immerhin über eine Festplatte mit 160 MB verfügte, 4 MB RAM Arbeitsspeicher eingebaut hatte und ein ”Apple Extended Keyboard” mitbrachte – freilich für den Preis von 1900 US-Dollar, heute wären das umgerechnet etwa 3400 US-Dollar. Als Hoffman ein bisschen konsterniert den Preis wiederholt, tröstet der Verkäufer, das Keyboard und auch eine Maus seien schon dabei … Dann schreitet man zum Performa 600CD mit eingebautem CD-Laufwerk, was Hoffman dann doch verwirrend findet, weil man zunächst mal eine Menge Denkarbeit zu leisten habe darüber, was man eigentlich wolle. Beeindruckt ist man von einem nach heutigen Maßstäben sehr niedrig aufgelösten Godzilla-Clip auf dem Mac mit Quicktime. Das Videoteam fragt fast ungläubig nach, man könne also einen Film aufnehmen, ihn auf die Festplatte spielen und dann das Ganze auf dem Mac ansehen – was der Verkäufer bejaht. Ein Apple-Monitor, der ebenfalls in dem Verkaufsraum gezeigt wird, schlug damals mit 384 US-Dollar zu Buche. Ganz zu schweigen von einem Drucker, einem Apple Laser-Printer, für den man noch einmal 800 US-Dollar hinlegen musste.

Zweigleisig, schon vor 27 Jahren

Im nächsten gefilmten Verkaufsgespräch sind es zwei ältere Damen, die sich für einen Ehemann oder auch für ein Kind informieren, welcher Computer am besten geeignet wäre. Man ist sich mit dem Verkäufer einig, dass Apple Computer, wie auch die Anzeigen damals liefen, besonders nutzerfreundlich seien. Doch wenn man eine Menge ”mit DOS” mache und vor allem im geschäftlichen Bereich, dann sollte man lieber einen IBM-Standard kaufen. Auch die Kids, die aus der Schule Apple-Macintosh kennen, würden ganz schnell adaptieren, wenn sie ihre Fähigkeiten mit DOS-Computern ausprobieren, so der Verkäufer. Das Thema Kompatibilität war damals natürlich noch stark im Vordergrund. Weswegen Apple eine Zeit lang Macs verkaufte, die nicht nur Motorola-Chips, sondern auch einen Intel-Prozessor zum wechselseitigen Betrieb mit DOS und später Windows eingebaut hatten. Bootcamp lässt sozusagen grüßen...

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