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Software für Fotografen: Apple stellt Aperture vor

01.01.2006 | 00:01 Uhr |

Software für Fotografen: Apple stellt Aperture vor

New York, 19. Oktober: Apple hat zwar nicht – wie im Vorfeld spekuliert – eine eigene Bildbearbeitung entwickelt, aber ein Tool speziell für den Umgang mit Digitalfotos. Apple sieht Aperture als ein Final-Cut-Pro-Pendant für Fotografen. Die Software bietet einen kompletten Workflow für RAW-Daten. Er soll den Umgang mit RAW-Daten dabei so einfach machen, wie bislang den mit JPEG und bietet dabei alles zur Nachbearbeitung von Digitalfotos.

Mit der neuen Software reagiert Apple auf die rasant gestiegene Popularität des RAW-Formats. Noch vor wenigen Jahren unterstützte keine einzige Bildbearbeitung dieses Format, das nicht nur eine wesentlich höhere Bildtiefe als etwa JPEG aufweist, sondern Fotografen auch Manipulationen ohne Qualitätsverlust bietet. Nachteile beim Umgang mit RAW-Daten waren bislang der enorme Speicherplatz, den diese Daten belegen und das umständliche Arbeiten mit ihnen, da sie bislang in andere Bildformate umgewandelt werden mussten.

Erst Ende November bis Mitte Dezember kommt das fast 500 Euro teure Aperture allmählich in die Hände der Kunden. Die Fachwelt ist wenig begeistert von der Software. Ars Technica kritisiert im Test etwa das Fehlen von Tools zum Schärfen, dem DNG-Export oder Probleme beim Exif-Export. Das Gesamturteil ist wenig schmeichelhaft: „ Wenn sie (die Software) das Versprechen, schnell und fehlerlos zu sein, einlösen würde, wäre sie ein Traumpaket. So ist sie eine teure und fragwürdige Alternative zu Camera Raw, der kostenlosen Erweiterung zu Photoshop und Bridge, die dank Stapelverarbeitung bessere Ergebnisse in deutlich weniger Zeit bringt.“

So fürchtet Adobe die neue Konkurrenz überhaupt nicht. Adobes oberster Manager für Digital-Imaging-Produkte Kevin Connor meint, dass Apple und Adobe die gleichen Notwendigkeiten in Workflow-Verbesserungen sähen: „Fotografen stehen noch vor einigen ungelösten Problemen.“ Adobe sieht in der in diesem Jahr veröffentlichten Creative Suite 2 einen Ansatz zur Lösung von Workflowproblemen, insbesondere in der Applikation Bridge. Aperture stelle keine Konkurrenz zu Photoshop dar, sondern sei eher mit Bridge und Camera RAW zu vergleichen. Weitere Workflowlösungen erwartet Connor in den nächsten Jahren von Apple, Adobe und Dritthersteller: „Schlussendlich ist das eine großartige Sache für Fotografen.“

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