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Staffpad für iOS und Win – Partituren per Handschrifterkennung

03.07.2020 | 10:36 Uhr | Thomas Hartmann

Wie ein Entwicklermärchen hört sich die Geschichte der Entstehung von Staffpad als intuitives Notationsprogramm mit Handschrifterkennung an – der Initiator dafür hatte keinerlei Entwicklererfahrung.

Staffpad   ist eine App für iPadOS und Windows 10, die Handschrifterkennung mit einem entsprechenden Eingabegerät wie dem Apple Pencil nutzt und die auf die Linien geschriebene oder gemalte Noten automatisch in die korrekte Schreibweise (wie gedruckt) verwandeln soll, um diese dann mittels einer Playback-Engine mit über 55 integrierten Instrumenten in einer eigenen Bibliothek abspielen zu können.

Möchte man gemeinsam mit anderen Musizierenden Eingaben oder Änderungen beispielsweise an einer Partitur vornehmen, können diese via WLAN auf ihren eigenen Geräten und mit der korrespondierenden App Staffpad Reader (mittels der proprietären ScoreSync-Technologie) in Echtzeit diese Veränderungen nachverfolgen.

Im Apple App Store   gibt es Staffpad ab iOS 12.4 (nur für das iPad). Die Kosten dafür betragen 100 Euro – weitere In-App-Käufe sind möglich. Außerdem ist zur Bedienung ein Apple Pencil erforderlich.

Für Windows erhält man das Programm hier . Im Microsoft Store zahlt man nur knapp 90 Euro, auch hier benötigt man einen zusätzlichen Eingabestift. Erforderlich ist Windows 10. In beiden Fällen sind knapp über 1 GB für die Installation zu laden.

Fast noch spannender als die App selbst ist ihre Entstehung – dies schildert ausführlich "Cult of Mac" . Demnach hat der professionelle Musikkomponist David William Hearn aus London schon lange nach einer Möglichkeit gesucht, auf einfache Weise digitale Eingaben der Noten für Partituren und ähnliche Anlässe zu machen, statt der bisherigen eher komplexen und komplizierten Lösungen. Er hatte aber keinerlei Programmiererfahrungen.

Als er dann zufällig auf eine Anleitung zum Programmieren von Google stieß, bei der es um maßgeschneiderte Handschrifterkennung ging, schrieb er dessen Autor, den professionellen Programmierer Matthew Tesch an, der im amerikanischen Pittsburgh wohnt. Die beiden arbeiteten fortan eng zusammen, bis schließlich Staffpad in einer ersten Version für Windows 8 (Apple unterstützte damals noch keine Stifteingaben) erschien. Das Jahr 2015 veränderte demnach alles – nun gab es das iPad Pro inklusive dem ersten Apple Pencil. Daraufhin wurde das Startup vergrößert, und man entwickelte das Programm für iPadOS und Windows 10 neu, das im Februar dieses Jahres für beide Betriebssysteme erschien.

In Zukunft will man sich besonders auf die neuen Möglichkeiten in iPadOS 14 konzentrieren, um beispielsweise ohne Umwege auch die Titel für eine Partitur direkt mit dem Stift zu erstellen, ohne erst umständlich auf die Tastatur verwiesen zu werden. Weitere Details gibt es im Artikel von "Cult of Mac".

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