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Studie: Amazons Eigenmarken sind ein Flop

19.03.2019 | 13:27 Uhr |

Die Gefahr, dass der weltweit größte Online-Händler seine Macht missbrauchen und mit Eigenmarken andere Anbieter vom Markt verdrängen könnte, erweist sich offenbar als unbegründet. Eine neue Studie zeigt: Viele der hauseigenen Amazon-Produkte kommen bei Käufern nicht gut an.

Batterien, Babytücher, Jeans-Hosen, Tortilla-Chips oder Sofas: Die Befürchtung, dass Amazon mit derartigen Eigenprodukten andere Anbieter vom Markt drängen könnte, erwies sich als unbegründet. Im Rahmen einer aktuellen Studie des New Yorker E-Commerce-Research-Unternehmens Marketplace Pulse wurden 23.000 Produkte untersucht. Das Ergebnis: Laut Bloomberg seien die Käufer nicht mehr dazu geneigt, Amazon-Marken zu kaufen. Selbst dann nicht, wenn das Unternehmen sie in den Suchergebnissen verstärkt bewirbt.

Als Indikatoren für das Umsatzvolumen verschiedener Produkte verwendete die Studie Verkaufsrankings und die Anzahl der Kundenbewertungen. Dazu gehören auch Amazon-Eigenmarken und die exklusiv auf der Website verkauften Marken. Demnach seien die "meisten Waren der Amazon-Marke Flops", andere Unternehmen werden durch diese überhaupt nicht bedroht. Zudem deute die Studie darauf hin, dass populäre politische und mediale Erzählungen über die Marktmacht von Amazon übertrieben seien - auch wenn das Unternehmen in diesem Jahr 52,4 Prozent aller Online-Ausgaben in den USA erfasst habe. 

Der Gründer von Marketplace Pulse, Juozas Kaziukenas, erklärt: "Die Vorstellung, dass Amazon ein Produkt einführen und Daten magisch nutzen kann, um eine Produkt-Kategorie zu dominieren, ist nur eine Verschwörungstheorie." Die meisten Produkte seien überhaupt nicht erfolgreich, meint Kaziukenas.

So zum Beispiel jene im Wettbewerb mit bekannten Bekleidungsmarken. In einer solchen Kategorien konnte etwa die Amazon-Kinderbekleidungsmarke "A for Awesome" nicht Fuß fassen. Bei den Kunden beliebter seien dahingegen AmazonBasics-Batterien - was etablierten Marken wie Energizer und Duracell nicht erfreuen dürfte. "Eine Studie von 1010data aus dem Jahr 2016 schätzte, dass Amazon 94 Prozent aller Online-Verkäufe von Batterien erzielte, was es dem Unternehmen ermöglichte, seine AmazonBasics-Batterie zu einem der führenden Anbieter auszubauen." Dieser Erfolg sei jedoch eine Ausnahme.

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