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Studie: Helligkeit statt Farbe für Nachtmodus wichtig

18.12.2019 | 15:29 Uhr | Peter Müller, Halyna Kubiv

Eine neue Studie an Mäusen setzt andere Akzente bei den Einstellungen der Bildschirme vor dem Schlafengehen.

Dunkelmodus und Blaulichtfilter wie Apples Night Shift sollen an sich einen besseren Schlaf gewähren, weil sie die Produktion des Hormons Melatonin nicht behindern. So weit die Theorie und die Marketing-Aussagen. Dies relativiert nun eine Studie von Dr. Timothy Brown, welche die Fachzeitschrift " Current Biology " veröffentlicht hat. Denn diese kommt zum Ergebnis, dass es mehr von der Bildschirmhelligkeit abhängt als vom Farbton, ob man nach abendlicher Nutzung von Mac, iPhone oder iPad noch einen guten Schlaf bekommt.

Zwar gibt es genügend Studien, die einen Einfluss von kurzwelligen Licht (also noch an dem "blauen" Ende des Lichtspektrums) auf den Tagesrhythmus von Menschen beweisen. Dies ist damit begründet, dass Melatopsin, ein lichtsensitives Eiweiß im Auge, die bevorzugt Licht einer Wellenlänge von 460 Nanometern (eben blau wahrgenommen) absorbiert. Melatopsin beeinflusst wiederum die Produktion des Hormons Melatonin, das direkt für Schlaf bzw. Schläfrigkeit verantwortlich ist.

Forscher der Universität Manchester haben im Vergleich zwischen Rot und Blau bzw. in der Studie Gelb und Blau noch die Lichtintensität mit auf genommen. Die Daten der Forschung bestätigen, dass sich die Farbunterschiede bei der Beleuchtung auf den Tageszyklus der Menschen auswirken können. Allerdings schwankt dieser Einfluss mit der Lichtintensität.

Doch hat die Studie auch ihre Schwächen, wie Appleinsider anmerkt , denn Probanden waren keine Menschen, sondern Mäuse. In den Schlussfolgerungen der Studie rufen die Forscher zu weiteren Untersuchungen auf, die aktuellen theoretischen Erkenntnisse können aber diese Ergebnisse unterstützen.

Als praktische Empfehlung leiten die Forscher aus der Studie eine Erkenntnis, dass die Hersteller von Displays, LED-Lampen, Smartphones und Rechnern sich auf die Regelung des Lichtspektrums zwischen den kurz- und langwelligen Strahlen konzentrieren, wobei sie nicht signifikante Schwankungen bei der Lichtintensität in Kauf nehmen. Weitere Studien zeigen jedoch, dass sich auch die Lichtintensität auf die Beeinflussung von Tagesrhythmus der Menschen auswirken kann.

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