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Studie: Video-Streaming verursacht mehr CO2-Ausstoß als Fliegen

15.07.2019 | 11:45 Uhr | Thomas Hartmann

Netflix, Online-Pornos und Youtube sind verantwortlich für eine erhebliche CO2-Belastung. Forscher fordern mehr Enthaltsamkeit

Laut einer Studie produzieren Online-Pornos so viel CO 2 wie Rumänien. Dies berichtet Heise.de . Demnach haben die französischen Forscher des Think Tanks The Shift Project   mit ihrer jüngsten Studie "Climate crisis: The unsustainable use of online video" (etwa: Klimawandel: Der nicht-nachhaltige Gebrauch von Online-Videos) berechnet, dass die Gesamtklimabelastung durch Digitaltechnik erheblich steigt. Diese zeichne bereits für 3,7 Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich, 80 Prozent davon entfallen allein auf Videos, dabei wiederum 60 Prozent auf VoD (Videos on Demand), die sie in vier Bereiche unterteilen: Netflix und Amazon Prime (34 Prozent), es folgt der Abruf von Online-Pornographie im Netz (27 Prozent), dann Youtube und ähnliche Plattformen von Videoanbietern (21 Prozent) sodann soziale Netzwerke wie Facebook oder Tiktok (18 Prozent). Im Vergleich zum CO 2 -Ausstoß bestimmter Länder würden Netflix & Co. demjenigen von Belgien entsprechen, Online-Pornos lassen sich mit der Gesamtbelastung durch ein Land wie Rumänien vergleichen. Um diese vier Bereiche und den Grund dafür – nämlich vor allem die Bereitstellung sowie der Abruf dieser Videos über Datencenter im Internet – anschaulich zu machen, haben die Forscher von The Shift Project ein Video produziert, das auf Youtube angesehen werden kann . Schuldpflichtig weisen die Macher des kleinen Films darauf hin, dass die Betrachtung dieses Videos jeweils 8,7 Gramm CO 2 ausstoße…


Außerdem macht das Video der französischen Organisation nochmals deutlich, dass, worauf schon in einer früheren Studie im März aufmerksam gemacht wurde, die immer kürzeren Zeitabschnitte beim Kauf neuer Geräte wie Handys ebenfalls zum steigenden digitalen Energiebedarf beitragen.
Gegenmaßnahmen könnten demzufolge sein, das eigene Smartphone anstatt alle zwei Jahre nur frühestens alle drei Jahre auszutauschen. Videos sollten nicht mehr automatisch starten, und sie sollten auch nicht mehr gleich in der höchsten Auflösung gestreamt werden, zumal, wenn dies vom Betrachter in diesem Detail gar nicht mehr wahrgenommen werden könne. Auf ihrer Website zur Studie stellen sie weitere mögliche Maßnahmen vor, dazu gehört auch ein Add-on für den Firefox-Browser namens Carbonalyser , das den CO 2 -”Fußabdruck” visualisiert.

Weit effektiver wäre jedoch, wenn die Anbieter ihre Rechenzentren mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen betreiben würden, wie es zum Beispiel Apple seit geraumer Zeit vormacht.

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