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Supreme Court erlaubt Sammelklage gegen Apple

14.05.2019 | 14:40 Uhr | Peter Müller

Die Apple-Aktie gerät an der Börse unter Druck. Gründe sind der Handelsstreit der USA mit China und ein Urteil des Obersten Gerichts.

Der an Schärfe zunehmende Handelskonflikt zwischen China und den USA hat nun auch Auswirkungen auf den Kurs der Apple-Aktie. Am Montag eröffnete das Papier den Handel mit einem Sechswochentief – bis Handelsschluss fiel AAPL um 11,46 US-Dollar oder fast 6 Prozent auf 185,72 US-Dollar zurück, im nachbörslichen Handel noch weiter. Einen zweiten Grund für den Kursrückgang machen Analysten der Wall Street in der Entscheidung des Obersten Gerichtshofes aus, eine Sammelklage wegen angeblicher Monopolstellung des App Stores zuzulassen. Mit der Entscheidung von 5 zu 4 Stimmen bestätigt der Supreme Court damit ein Urteil einer niedrigeren Instanz. Damit ist der Ausgang des Hauptverfahrens aber noch lange nicht gewiss. Die Kläger können nun aber von Apple Schadensersatz für die vom App-Store-Anbieter einbehaltenen Gebühren verlangen. Apples Argumentation, die auch von der US-Regierung gestützt wird, zielt darauf ab, dass man lediglich als Agent für App-Entwickler agiere, welche die Preise für ihre Programme selbst festlegen.

Noch sind das iPhone und andere in China gebaute Smartphones, Tablets, Desktops und Laptops von den Strafzöllen der Trump-Regierung noch nicht direkt betroffen, doch das könnte sich ändern . Auf einzelne Komponenten gelten bereits höhere Steuersätze, etwa auf Ladegeräte, für deren Einfuhr Apple seit September bereits 10 Prozent Zoll zahlen muss. Noch hat sich das nicht in höheren Preisen niedergeschlagen, die Margen für derartiges Zubehör sind ohnehin recht hoch. Doch gelten seit Freitag nun Einfuhrzölle in Höhe von 25 Prozent – und das wird wohl auch eine Weile so bleiben, da auch China an der Zollschraube gedreht hat und für diverse US-Produkte Zölle um insgesamt 60 Milliarden US-Dollar erhöht hat. Der Streit könnte weiter eskalieren und die Ausnahmen für iPhone und Co. unter Umständen nicht mehr lange bestehen – Preiserhöhungen wären irgendwann zwangsläufig.

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