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Surface Studio: Microsofts Ansage an den iMac

27.10.2016 | 10:20 Uhr |

Die Familie der Surface-Geräte wächst um das Surface Studio. Microsoft positioniert den All-in-One-PC gegen den iMac.

Mit dem Surface Studio hat Microsoft am Mittwochabend ein völlig neues Surface-Gerät vorgestellt. Dabei handelt es sich um einen All-In-One-PC, über den bereits im Vorfeld heftig spekuliert worden war. Das Surface Studio verfügt über ein 28 Zoll PixelSense-Display im 3:2-Format und kann über eine Milliarde Farben darstellen. Selbstverständlich handelt es sich um ein Touch-Display mit Stifteingabe-Möglichkeit. Laut Microsoft besitzt Surface Studio den dünnsten, jemals gebauten LC-Bildschirm.

Der Rechner selbst steckt in dem dünnen und vergleichsweise kleinen Bildschirmsockel, der an der Rückseite die Anschlüsse für Audio, SD-Karten, Mini DP, Ethernet und USB 3.0 mitbringt. Angetrieben wird das Surface Studio von einem Intel Core i7 mit vier Kernen. Zur weiteren Ausstattung gehören 32 GB DDR4-Speicher, eine 2 Terabyte große Hybrid-Festplatte und Nvidias Geforce GTX 980M.

Integriert sind auch zwei Stereo-Lautsprecher. Für das Surface Studio gibt es mit dem Surface Dial neben Maus und Tastatur ein zusätzliches Eingabegerät. Dabei handelt es sich um ein drehbares Eingabegerät mit haptischem Feedback. Besonders praktisch dürfte Surface Dial beim Bearbeiten von Videos sein.

Das Display des Surface Studio löst mit 13,5 Millionen Pixeln sehr hoch auf. Die Pixel-Dichte liegt bei 192 ppi. Eine weitere Besonderheit: Der Bildschirm ist stufenlos neigbar. Je nach Tätigkeit kann dies durchaus angenehmeres Arbeiten erlauben.

Trotz der hohen Performance soll das Surface Studio dank einer ausgeklügelten Kühllösung kaum hörbar sein. Und als Zugabe gibt es einen eingebauten Funkempfänger für Xbox-One-Controller. Und das alles bei einem Rechner, der nur aus einer kleinen Box besteht, aus der nur ein Kabel zur Steckdose führt.Die wichtigste Zielgruppe für das Surface Studio sind sicherlich Designer und Profi-Nutzer in den Bereichen Video- und Musik-Produktion - und somit der Konkurrent klar benannt: Apples iMac.

Das Surface Studio ist in den USA ab sofort vorbestellbar. Der Preis: 2.999 US-Dollar (ohne Steuern, etwa 2.750 Euro). Es wird noch vor Weihnachten ausgeliefert, wobei Microsoft allerdings ausdrücklich betont, dass es bis Ende des Jahres nur in einer limitierten Anzahl verfügbar sein wird.

iMac und Surface Touch im Vergleich

Nun versucht sich also Microsoft an einem direkten Konkurrenten zum iMac. Doch schon das Surface Book und das Surface Pro 4 konnten Macbook und iPad nicht wesentlich Marktanteile anknappsen, Microsofts Hardware findet keinen bedeutenden Absatz. Sieht man sich die Spezifikationen von iMac (late 2015) und Surface Studio im Detail an, kann man zum Schluss kommen, dass Apples All-in-one ein wahres Schnäppchen gegenüber dem Neuling ist. Vergleichbare Konfigurationen kosten bei Apple zwischen 500 und 1000 US-Dollar weniger .

Jedoch fehlt dem iMac das spektakuläre Feature des Surface Studio, das sich auf seinem Ständer so flachlegen lässt, um es  als riesiges Tablet zu nutzen. Spekulationen um eine derartige Lösung für einen iMac Touch machen seit Jahren die Runde, Apple hat bisher darauf verzichtet, ein solches Konzept auch umzusetzen. Anders als Microsoft, dessen Windows 10 plattformunabhänging zum Einsatz kommt, zieht Apple eine deutliche Grenzlinie zwischen Touch-Geräten (iOS) und solchen, die man per Tastatur und neuerdings via Siri bedient (macOS). Wichtigster Pluspunkt für Apples Lösung:  Der aktuelle iMac mit macOS Sierra, während das Surface Studio eben mit Windows 10 auskommen muss...

Surface Book will viel schneller als Macbook Pro sein

Microsoft hat gestern zudem auch eine neue Version seines Surface Book gezeigt. Mit dem aktuellen Intel Core i7-Prozessor Skylake und dem neuen Grafik-Chip will das neue Microsoft Surface Book i7 eine drei Mal schnellere Grafikleistung als ein Macbook Pro 13'' bieten – das sollte sich heute wieder ändern, wenn Apple das neue Macbook präsentiert. Die Grafikleistung ist laut Microsoft gegenüber dem Vorgänger-Surface-Book doppelt so gut wie bisher: 1,9 Teraflops mit verbessertem Kühlsystem liefert das neue Surface Book i7. Und die Akku-Laufzeit will Microsoft um 30 Prozent gesteigert haben. Damit soll das Surface Book i7 nun 16 Stunden durchlaufen können.

Alle Faktoren zusammen genommen – also Auflösung (PixelSense-Display), Batterielaufzeit und Rechenleistung (Prozessor und Grafikchip) – sieht Microsoft das das Surface Book i7 als das leistungsfähigste Notebook mit dem Formfaktor von 13,5 Zoll an. Der Vergleich ist jedoch ein wenig abstrakt, schließlich stehen Äpfel und Birnen, respektive macOS und Windows 10 zur Auswahl.

Preise für Surface Book i7 und Surface Book

In den USA kann man das neue Microsoft Surface Book i7 ab sofort bestellen, die Auslieferung erfolgt ab November 2016. Für das Surface Book i7 verlangt Microsoft 2399 US-Dollar. Die Preise für das Surface Book mit weniger Leistung  beginnen bei 1499 US-Dollar. Die Preise sind also durchaus vergleichbar mit jenen der Macbook Pro. Vielleicht ein Grund dafür, dass Microsoft nach wie vor nicht in der Liste der größten PC-Hersteller auftaucht.

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