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Switch, Teil IV: Mission Control

24.07.2004 | 10:00 Uhr |

Switch, Teil IV: Mission Control

Aus der Dose frisch in den Mac: Die Migration beginnt!

Was bisher geschah: Gerade eben hat Lars bei Gravis 829 Euro gegen einen eMac getauscht, endlich verschwindet XP aus seinem digitalen Leben. Vergessen ist die lange Lieferzeit, vergessen der Wunsch nach einem iBook, vergessen auch der exorbitante Preis von sechs Euro für einen Apple-Kaffeebecher.
von Ole Meiners

Lars und ich haben unseren Schlachtplan schon längst erarbeitet: Alle persönlichen Dokumente auf seinem AMD-Tower sind bereits zusammengetragen, Briefe, Bilder und der ganze Bewerbungs-Kram, die Musik ist mit iTunes für Windows optimal für den bevorstehenden Switch organisiert, gewisse Sorgen bereitet noch der Outlook-Datenbestand. Denn die Abmachung ist: "Meine ganzen Adressen und E-Mails, die sicherst du!" Als Fachjournalist und Apple-User seit 15 Jahren habe ich schließlich behauptet, das sei alles kompatibel. Sorgen bereitet mir auch, dass der Taxifahrer mit der Ansage "Erst fahren wir nach Schöneberg, dort laden wir noch mal ein, dann geht’s weiter nach Kreuzberg" offenbar leicht überfordert ist. Das mag auch der Tatsache geschuldet sein, dass der fremdländische Krauskopf auf dem Gravis-Kundenparkplatz gerade 27 Kilo Hochtechnologie aus Cupertino im handlich-praktischen Kubus-Format 54 mal 53 mal 52 Zentimeter im Kofferraum seines Minivans verstaut hat. Wir setzen die Anforderung also herunter. "Jetzt bitte in die Eisenacher Straße, aber es geht dann weiter." Und der Zusatz "Die Tour wird sich lohnen!" sorgt für Wohlwollen gegenüber den Fahrgästen mit dem unhandlichen Gepäck.
Eine Stunde später betrachte ich - entspannt mit Apple-Kaffeebecher in der Hand - die improvisierte Kommandozentrale in meiner Arbeitsecke: Der AMD-Tower von Lars ist per Netzwerkkabel am DSL-Router angeschlossen und es fließen tatsächlich auch Daten und Dateien, via Airport sogar zum eigenen Powerbook - nicht unbedingt selbstverständlich in heterogenen und selbst aufgebauten Ad-hoc-Netzwerken. Lars müht sich derweil mit der handlichen 148,8-Liter-eMac-Verpackung. Tastatur, Maus und alle Kabel warten darauf, dass der weiße Knautsch-Computer seinen Platz in "Mission Control" einnimmt… 27 Kilo? Ich? Nein danke: dein Computer, dein Bandscheiben-Vorfall. "Die iMacs früher, die hatten doch so einen Tragegriff oben, oder?", fragt Lars, während er seinen eMac aus der soften Schutzhülle pellt. Ja, schon, aber der soll hin und wieder gebrochen sein - mit fatalen Folgen, denn auch Apple-Rechner unterliegen der Schwerkraft. Lars nimmt die von Apple in der Installationsanleitung empfohlene gebückte Körperhaltung ein, umgreift das Baby und stöhnt: "Es ist ein eMac!"
Nicht einmal dreißig Minuten sind vergangen und der Apple-Aktualisierungs-Server spült das Combo-Update 10.3.4 per DSL auf den eMac. Installation von DVD? Erledigt. Personalisierung des Rechners? Erledigt. Mail-Programm grundlegend konfiguriert? Erledigt. Von Begeisterungsstürmen bei Lars ist jedoch nichts zu merken. Hoch konzentriert ist er bei der Arbeit mit seinem ersten Neu-Rechner: "Bisher habe ich ja auf gebrauchten und schon ein bisschen betagten Maschinen gearbeitet", erzählt der 29-Jährige, während er die aquablauen Fortschrittsbalken der Kopier-Vorgänge im Auge behält. "Was, das dauert jetzt eine Dreiviertelstunde?" Knapp vier Gigabyte Daten sollen per Ethernet von der einen auf die andere Festplatte transportiert werden, da sind 45 Minuten doch absolut akzeptabel. "Ach ja? Wie viel ist eigentlich ein Gigabyte..?"

Auch nächste Woche "switcht" es in Berlin: Lars sieht sich mit der K-Frage konfrontiert (kompatibel oder nicht?) und digitalisiert die erste Langspielplatte am eMac.

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