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Update: T-Mobile USA verlangt Abschalten von iCloud Private Relay

13.01.2022 | 10:40 Uhr | Stephan Wiesend

Bei Kunden von T-Mobile USA ist immer häufiger die Nutzung von Apples iCloud Private Relay nicht mehr möglich.

Update vom 13.01.2022

Was unter T-Mobile-Kunden wohl für weitere Verwirrung gesorgt hatte: T-Mobile USA hatte die Probleme mit iCloud Private Relay anfangs fälschlicherweise auf das Update auf iOS 15.2 geschoben. Gegenüber dem Magazin "9to5Mac" hatte T-Mobile USA in einer Stellungnahme behauptet, Probleme mit iCloud Private Relay wären durch das Update auf iOS 15.2 ausgelöst worden. Durch das Update auf 15.2 hätten sich einige Voreinstellungen zurückgesetzt und auch iCloud Private Relay deaktiviert.

Apple hat dies jetzt in einer Stellungnahme zurückgewiesen, die Probleme mit iCloud Private Relay seien keinesfalls auf einen Fehler in iOS 15.2 zurückzuführen. Mit dem Update habe sich keinerlei Änderung in den Einstellungen für den Service ergeben, die Gründe für die Störungen seien also seitens T-Mobile zu suchen.

T-Mobile hat nun eingestanden, sich geirrt zu haben. Durch das Update würden keine Einstellungen geändert. Die Fehlermeldung würde nur auftreten, wenn ein Nutzer vor dem Update selbst eine Mobilfunkeinstellung geändert hatte – also etwa Private Relay deaktiviert oder die Mobilfunkeinstellung "Limit IP Address Tracking" abgeschaltet hatte.

Ursprünglicher Artikel

Apples neue Option iCloud Private Relay ist eine interessante Schutzfunktion, die VPN-Diensten ähnelt. Der nur bei kostenpflichtigen iCloud-Verträgen aktivierbare Dienst Private Relay verschlüsselt die Internetverbindung, verbirgt Standort und IP-Adresse des Surfers und soll das Surfverhalten für Außenstehende unsichtbar machen. Man kann sich so recht einfach vor Datenspionen und Hackern schützen.

Immer mehr amerikanische T-Mobile-Kunden berichten aber nun, dass sie iCloud Private Relay gar nicht einschalten können. Sie erhalten eine Fehlermeldung, ihr Mobilfunk-Tarif unterstütze kein Private Relay. Die einzige Möglichkeit, weiter per 4G oder 5G zu surfen, ist die Deaktivierung des Apple-Dienstes. Das Surfen per Wi-Fi ist übrigens nicht betroffen, nur der Internetzugang per Mobilfunk. In den USA sind bisher vor allem T-Mobile betroffen, die Webseite 9to5Mac titelt deshalb sogar fälschlicherweise, T-Mobile würde Private Relay blocken. Das ist aber so nicht korrekt, das Problem hängt nämlich mit einem nur in den USA verfügbaren T-Mobile-Dienst zusammen und betrifft auch andere Anbieter.

In den USA bietet T-Mobile seinen Kunden nämlich einen Zusatzdienst namens Web Guard an, mit dem Eltern etwa den Internetzugang ihrer Kinder beschränken können. In drei Stufen kann man den Mitgliedern eines Familienvertrags Zugriff auf „Adult Content“ wie Pornografie, Alkohol und anderen jugendgefährdenden Themen verbieten. Der Endnutzer kann Web Guard nicht abschalten, nur der Elternteil. Betroffen sind aber offenbar auch Nutzer, bei denen Web Guard gar nicht aktiviert ist, etwa bei einem bestimmten Home-Office-Vertrag und Kunden des von T-Mobile übernommenen Dienstes Sprint. Auch diese müssen für ihren Mobilfunk-Vertrag Inhaltsfilter deaktivieren, um Private Relay nutzen zu können.

Das Problem für T-Mobile: Web Guard muss Zugriff auf die IP-Adresse und das Surfverhalten haben und kann nur so jugendgefährdende Inhalte blocken. Offensichtlich muss man sich hier als Elternteil zwischen Web Guard und Private Relay entscheiden. Betroffen sind übrigens nicht nur US-Kunden, auch in Großbritannien ist die Nutzung von Private Relay bei mehreren Anbietern nicht möglich. In UK sind Inhaltsfilter oft Standard, Grund dafür sind die dort geltenden Jugendschutzrechte.

Auch in Deutschland gibt es für T-Mobile-Kunden ein Problem mit Private Relay, hier ist aber nur die Medien-Flatrate Stream On betroffen, die das kostenlose Streamen von Mediendiensten ermöglicht .

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