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TSMC bremst Apple beim Klimaziel 2030

22.09.2021 | 08:30 Uhr | Peter Müller

Zwar unternimmt Apples Zulieferer TSMC mehr als andere Hersteller für Klimaneutralität, hinkt Apple aber weit hinterher.

Im vergangenen Jahr hat Apple ein ehrgeiziges Klimaziel ausgewiesen. Nicht nur selbst wolle man klimaneutral sein – was zu einem Großteil schon geschehen sei – sondern die gesamte Lieferkette solle bis 2030 klimaneutral produzieren . Dabei legte Apple auch einige Fonds auf , um Unternehmen zu unterstützen, auf umweltfreundliche Herstellungsverfahren und grünen Strom um zusteigen. Was man an CO 2 -Ausstoß nicht vermeiden könne, wolle man durch Aufforstungsprojekte kompensieren.

Soweit die Theorie – die Umsetzung in der Praxis könnte schwierig werden. Dabei wirft vor allem Apples Chiplieferant TSMC, der die A- und M-Serien-Chips nach Apples Vorgaben baut, dem iPhone-Hersteller Knüppel zwischen die Beine. Denn das Unternehmen aus Taiwan verfolgt weit weniger ambitionierte Ziele und will Klimaneutralität erst im Jahr 2050 erreichen, berichtet der britische Guardian .

Die Chip-Industrie ist sehr hungrig nach Energie, die Herstellung eines SoCs für iPhone, iPad oder Mac verbraucht Größenordnungen mehr an Strom, als der Prozessor in seiner Lebenszeit verbraucht. TSMC entnimmt etwa derzeit fünf Prozent der Gesamtleistung aus Taiwans Stromnetz, im kommenden Jahr sollen es schon 7,2 Prozent sein. Dazu habe TSMC nach Zahlen von Greenpeace im Jahr 2019 63 Millionen Tonnen Wasser verbraucht. Dabei sei TSMC auch noch der Konkurrenz voraus und habe erst kürzlich einen langjährigen Vertrag mit dem dänischen Energieversorger Ørstedt abgeschlossen, der eine Offshore-Windanlage mit 920 MW Leistung in der Taiwan Straße baut.

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