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Tauziehen um Papermaster, Streit mit Psystar

07.11.2008 | 13:18 Uhr | Peter Müller

Tauziehen um Papermaster, Streit mit Psystar

Was der letzte Woche erstmals in das Blickfeld gerückte bisherige IBM-Manager Mark Papermaster bei Apple erledigen soll, ist seit dieser Woche geklärt: Als Nachfolger von Tony Fadell soll er sich um die Weiterentwicklung der Hardware von iPod und iPhone kümmern, Expertise bringt der Chip-Spezialist von seinem bisherigen Arbeitgeber ausreichend mit. Die kleine Ironie an der Geschichte: Papermaster ist als Experte für die PowerPC-Architektur gerühmt, der Apple vor drei Jahren eine Absage in Hinblick auf Macs erteilt hat. Die Übernahme von PA Semi und die Einstellung von Mark Papermaster bedeuten aber nicht, dass Apple zurückrudert und Intel wieder den Rücken zukehrt. Welche Chips für welche Geräte Apple in Zukunft selbst entwickelt, ist jedoch eine Frage, die Steve Jobs nicht auf der Keynote in nicht ganz neun Wochen beantworten wird.

An Papermaster zerrt sein ehemaliger Arbeitgeber noch verzweifelt vor dem Arbeitsgericht, in einem anderen Prozess sieht es längst noch nicht nach einer Einigung aus. Psystar, Hersteller der Mac-Klone "Open Computer", argumentiert weiter, Apple würde mit seinen Lizenzbedingungen für Mac-OS X den freien Markt behindern. Apple sieht das naturgemäß ganz anders, der fortgesetzte Wettstreit gegen Microsoft dient als Argument gegen die vorgeworfene Monopolstellung. In zwei Wochen wird Richter William Alsup entscheiden, wie es weitergeht . Vermutlich weist der Richter die Gegenklage Psystars ab, nicht von ungefähr wagte Alsup laut unserer Kollegen von Macworld einen schrägen Vergleich mit der Automobilindustrie. Fahrer von Ford-Pickups könnten die gleiche enge Bindung an ihre Marke empfinden wie Mac-Benutzer und Produkte etwa von Chevrolet von vornherein für sich ausschließen. Das hieße aber noch lange nicht, dass Ford und Chevrolet in keinerlei Wettbewerb zueinander stünden. Psystar will die Angelegenheit von einem Gericht klären lassen. Und sei es nur für einen Zeitgewinn in der eigentlichen Sache, der Verletzung der Leopard-Lizenz.

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