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Telekom: Corona-Warn-App trotz iOS 13.7 nach wie vor notwendig

03.09.2020 | 10:15 Uhr | Halyna Kubiv

Apple hat gestern Abend eine neue Version von iOS 13.7 mit erweiterten Covid-19-APIs für alle Nutzer zur Verfügung gestellt.

Update vom 03.09.2020:

Ein Sprecher der Telekom hat auf unsere Anfrage bestätigt, dass das iOS 13.7 nichts für deutsche Nutzer ändert und die Corona-Warn-App nach wie vor notwendig ist: „Das neue „Exposure Notification Express” (ENE) ist vor allem für Länder gedacht, die noch keine eigene App haben. Weiterhin wird es pro Land nur eine Nutzungsmöglichkeit geben. Ob in einem Land eine eigene App genutzt wird, wie in Deutschland, oder ENE, entscheidet die jeweilige Gesundheitsbehörde des Landes. Die Corona-Warn-App bleibt in Deutschland erste und einzige Wahl für die digitale Bekämpfung der Pandemie. Der Schritt von Google und Apple ist ein Beleg für das zunehmende Vertrauen in solche digitalen Werkzeuge.“

Update vom 02.09.2020:

Seit gestern Abend steht die finale Version von iOS 13.7 und iPadOS 13.7 bereit. Die Sicherheitsupdates von Apple verraten nichts Neues, laut Entwickler gibt es keine eingetragenen Sicherheitslücken, die mit diesem Update behoben werden. Da Apple seine Tracing-APIs überarbeitet hat, hat sich jedoch in iOS die Steuerung der Mitteilungen etwas geändert. Statt tief in den Gesundheitseinstellungen vergraben, erscheint nun die Option "Begegnungsmitteilungen" auf der ersten Seite der Einstellungen-App. Ist der Status dieser Mitteilungen auf "Aktiv", weist das iOS auf die Region und die verwendete Tracing-App hin. Im gleichen Schritt kann man eine zweite (und dritte etc.) Region für Corona-Warnungen hinzufügen – vorausgesetzt, das ausgesuchte Land unterstützt Googles und Apples Covid-19-APIs und bietet bereits eine funktionierende App. Im nächsten Schritt öffnet sich ein Hinweis auf den App Store mit der entsprechenden App des Landes. Man muss sie herunterladen und kann dort die Benachrichtigungen aktivieren. Gegebenenfalls muss man allerdings den App Store zu der entsprechenden Landesversion ändern: Die belgische App "Sciensano" gibt es im deutschen App Store beispielsweise nicht.

Für die Corona-Warn-App bzw. ihre Nutzer ändert sich mit dem Update eigentlich nichts: Das iOS 13.7 wird die App nicht obsolet machen. Darüber haben bereits einige Nutzer und ein SAP-Entwickler im Github-Bereich der App diskutiert. Während die offiziellen Entwickler-Unterlagen bei Apple darauf hinweisen , dass das iOS 13.7 die Covid-19-Warnungen ohne eine dezidierte App erlauben, gilt dies eher für die Länder und Regionen, die noch gar keine fertige App entwickelt haben. Apple und Google erlauben nämlich damit, die Test-Verifizierungs-Server und Validierungsserver direkt in iOS zu integrieren. Die Corona-Warn-App hat jedoch den kompletten Test-Prozess mit in die App integriert: Von der Erstellung der QR-Codes über die Anbindung der Test-Labore direkt in die Server-Struktur der App bis zu den fertigen Ergebnissen.

Ursprüngliche Mitteilung vom 27.08.2020:

Nach der nächsten Beta für iOS 14 hat Apple gestern Abend noch eine Beta an die Entwickler verteilt, diesmal vom iOS-13-Punktupdate. Die Veröffentlichungsnotizen im Developer-Bereich liefern keine neuen Infos dazu, welche bekannten Fehler oder neue Funktionen die Version bringt. Beim Download weist der Info-Text darauf hin, dass Apple seine Contact-Tracing-API überarbeitet hat. Ab iOS 13.7 kann man Contact-Tracing aktivieren, noch bevor die App auf dem Gerät installiert ist. Das System weist danach darauf, ob die Funktion in der Region verfügbar ist und welche App dafür zuständig ist.

Aktuell haben in Deutschland rund 17,5 Mio. Nutzer die Corona-Warn-App heruntergeladen, davon 8,2 Millionen iPhone-Nutzer. Ob das iOS 13.7 die Akzeptanz der Tracing-Technologie steigern wird, bleibt abzuwarten. Nach Apples Angaben soll die neue Version neben dem Tracing an sich auch Nutzer davor warnen können, ob in den vergangenen Tagen ein Ansteckungsrisiko bestand. Die Frage bleibt jedoch, ob das System den jeweiligen lokalen Server der Gesundheitsbehörde automatisch identifizieren kann, denn schließlich werden die Informationen über mögliche Risikobegegnungen mit den positiv getesteten Nutzern über einen Server, in Deutschland beispielsweise von dem des Robert-Koch-Instituts, verteilt.

Das Update auf iOS 13.7 scheint sich eher an die US-Nutzer zu richten. Eine einheitliche Corona-App hat das Land nicht, nur wenige Bundesstaaten haben eine funktionierende Lösung bereitgestellt. Laut 9to5mac haben gerade mal sechs der 50 Bundesstaaten in den USA eine aktuelle App auf Basis von Google-Apple-APIs.

Neben iOS 13.7 wurde auch das iPadOS 13.7 für Entwickler veröffentlicht; die Version soll mehrere Fehler berichtigen und zur allgemeinen Stabilität beitragen.

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