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Telekom will VDSL-Leitungen der Konkurrenz kappen

24.02.2015 | 12:45 Uhr | Benjamin Schischka

135.000 Leitungen der Konkurrenz will die Telekom kappen, um ihren VDSL-Ausbau voranzutreiben. Die Konkurrenz ist sauer.

Die Telekom ist bislang dazu verpflichtet, ihren Konkurrenten VDSL-Anschl├╝sse ├╝ber die eigenen Hauptverteiler zu erm├Âglichen. Nun hat der Konzern aber bei der Bundesnetzagentur beantragt, von ihrer bisherigen Verpflichtung befreit zu werden. Man wolle das schnelle Internet ausbauen, und das sei eine Voraussetzung daf├╝r, beteuert die Telekom . Die VDSL-Konkurrenz soll also, Klartext gesprochen, aus den Telekom-Verteilern fliegen. Dass die Konkurrenz sich das nicht gefallen lassen will, liegt auf der Hand: Die Telekom versucht den Investitions-Wettbewerb zu stoppen und schafft ein Monopol, warnt der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM).

100 Mbit/s - darum geht es im Streit

In Deutschland gibt es ├╝ber 8.000 Hauptverteiler der Telekom. Von diesen Verteilern aus verl├Ąuft die h├Ąufig zitierte "letzte Meile" zum Anwender, also zu Ihnen. Um das Internetsignal auf den letzten Metern nicht durch elektromagnetische St├Ârungen auszubremsen, setzen Telekom und Konkurrenten auf die Vectoring-Technik . Dank Vectoring sind DSL-Anschl├╝sse mit bis zu 100 Mbit/s m├Âglich.

135.000 Leitungen sollen gekappt werden

Doch die notwendige Aufr├╝stung der Hauptverteiler scheitere an den Mitbenutzungsrechten der Konkurrenten, behauptet die Telekom: "Die bisherigen Nutzungsrechte der Wettbewerber verhindern aber, dass die Telekom ihr Netz im Nahbereich um die Hauptverteiler aufr├╝sten kann." Angeblich sitzen deswegen rund 5,9 Millionen Haushalte in Deutschland auf dem Trockenen, was schnelles Vectoring-DSL angeht. Um diese Haushalte mit schnellerem Internet versorgen zu k├Ânnen, so argumentiert die Telekom, m├╝sste man die bestehenden VDSL-Anschl├╝sse der Telekom-Konkurrenz k├╝ndigen und auf ein "alternatives Produkt" umstellen. Konkret gehe es um 135.000 Leitungen.

Der VATM h├Ąlt dagegen: Der Telekom-Antrag ziele eigentlich - "unter dem Deckmantel des Einsatzes neuer Technologie" - darauf, den Wettbewerb auszuhebeln. Besonders ├Ąrgerlich findet der Verband, dass bereits get├Ątigte Investitionen durch den Antrag entwertet werden - sollte die Bundesnetzagentur ihr Ja geben.

Die Telekom will die VDSL-Aufr├╝stung also selbst in die Hand nehmen, verspricht aber, dass die Wettbewerber k├╝nftig Zugang zu Produkten auf Vectoring-Basis erhalten sollen: "Wir stehen f├╝r fairen Wettbewerb und Angebotsvielfalt."

In einigen weiteren deutschen St├Ądten ist das Telekom-VDSL mit 100 Mbit/s ├╝brigens seit wenigen Tagen erst verf├╝gbar.

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