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Temperaturmessung im Apple Store: Verstoß gegen Datenschutz?

13.05.2020 | 12:03 Uhr | Stephan Wiesend

Betritt ein Kunden einen Apple Store, messen Mitarbeiter die Körpertemperatur. Der hessische Datenschutzbeauftragte prüft dies.

Bevor ein Kunde einen Apple Store betritt, wird seine Körpertemperatur gemessen – ein weltweit eingeführtes Verfahren, um Kunden und Mitarbeiter vor dem Coronavirus zu schützen. Vor allem in Asien sind Temperaturmessung an öffentlichen Plätzen bereits selbstverständlich, ist Fieber doch ein Symptom einer Erkrankung. In Deutschland ist dies aber anscheinend ein Verstoß gegen den Datenschutz. Wie die FAZ berichtet , wird die Temperaturmessung jetzt vom Datenschutzbeauftragten des Landes Hessen Michael Ronellenfitsch geprüft. Die Frage ist dabei vor allem, ob diese Messung verhältnismäßig ist und was mit den Messdaten geschieht.

In einer Konferenz mit den Datenschutzbeauftragten anderer Bundesländer wolle man aber diesen Fall diesen Dienstag bespreche.  Wie heise.de ergänzt , tendiere der Beauftragte dazu, diese Temperaturmessungen zu verbieten. Die Fiebermessungen sorgen nur für eine „Scheinsicherheit“ und der Eingriff in die Privatsphäre sei nicht gerechtfertigt. Laut FAZ-Bericht konnten Kunden aber die Messung auch verweigern und durften trotzdem den Laden betreten.

Der einzelne Fall betrifft zwar nur Apple Stores in Deutschland, eine endgültige Klärung könnte aber auch für andere Unternehmen von Interesse sein. So sind Temperaturmessungen bereits in einigen deutschen Unternehmen eingeführt worden und könnten auch für andere Einzelhändler oder Fitness-Studios eine interessante Schutzmaßnahme sein. Laut IHK Rostock kann man solche Messungen etwa für Heil- und Pflegeberufe sogar verpflichtend vorgeben – aber nur als Ausnahmeregelung.

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