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Teuer für Apple: Irland bald keine Steueroase mehr

08.10.2021 | 14:50 Uhr |

Apple und viele andere multinationale Konzerne profitieren von den niedrigen Steuern für Unternehmen in Irland. Doch das soll sich bald ändern.

Die Republik Irland hat am Donnerstag verkündet , einem neuen Abkommen der OECD zuzustimmen und somit den Status als Steueroase für multinationale Konzerne aufzugeben. Das berichtet Appleinsider. Die OECD (dt: Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) ist ein internationaler Zusammenschluss aus 38 Mitgliedsstaaten, um sich in Fragen der Demokratie, aber auch der wirtschaftlichen Entwicklung, zu beraten und koordinieren. Sie besteht hauptsächlich aus Industrieländern mit einem hohen Pro-Kopf-Einkommen.

Die Mindeststeuer kommt

Das neue Abkommen legt gewisse Grundrichtlinien bezüglich der Steuerpolitik der unterzeichnenden Nationen fest. Darunter auch einen Mindeststeuersatz von 15 Prozent für multinationale Unternehmen, deren globaler Umsatz 750 Millionen Euro überschreitet. Für kleinere Unternehmen gelten in Irland weiterhin die aktuell gültigen 12,5 Prozent.

Irland hatte sich erst gegen das Abkommen gesträubt, das Teil einer größeren internationalen Vereinbarung ist. Irland ist das europäische Hauptquartier vieler großer Konzerne, darunter auch Apple und Google. Die niedrigen Steuern für Unternehmen haben der Republik einen deutlichen Vorteil gegenüber anderen europäischen Ländern verschafft, Apple ist seit 1980 im Land mit einer Niederlassung vertreten.

Laut Angaben aus der irischen Regierung wird die neue Regelung rund 1.500 ausländische Konzerne betreffen. Eine massenhafte Flucht von Unternehmen aus dem Land befürchtet die Regierung nicht, wie Eingeweihte dem Guardian berichten . Bereits 2015 sei ein bedeutendes Schlupfloch in der irischen Steuergesetzgebung geschlossen worden, ohne dass die multinationalen Konzerne das Land verlassen haben.

In der Vergangenheit konnten Unternehmen durch die Nutzung gewisser Regelungen in der irischen Gesetzgebung Milliarden an Steuern sparen. Dafür wurden Einnahmen aus vielen Ländern über Eigentümer in Irland und den Niederlanden geleitet. Appleinsider beruft sich auf Experten, die schätzen, dass allein Apple durch dieses System rund neun Milliarden US-Dollar jährlich an Steuern spart.

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