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"Thoughts on Office-bound Work": Apple-Angestellte wollen nicht mehr ins Büro zurück

10.05.2022 | 10:30 Uhr | Peter Müller

Da musste erst eine Pandemie grassieren, um zu merken, dass kein Büro so schick sein kann, um Home-Office unattraktiv werden zu lassen.

Apple hat nicht nur seinen bisherigen Direktor für KI-Forschung offenbar vergrault (siehe Absatz weiter unten), auch in großen Teilen der Belegschaft regt sich Unmut über die Anordnungen des Managements, allmählich wieder ins Büro zurückzukehren. Eine Gruppe von Angestellten hat unter dem Namen "Apple Together" einen offenen Brief veröffentlicht: " Thoughts on Office-bound Work " – damit spielen sie auf die Titel einiger offener Briefe von Steve Jobs an wie "Thoughts on Music" oder "Thoughts on Flash".

In ihrer Kritik fordern die Mitarbeitenden, Apple solle weiter Flexibilität bei der Wahl des Arbeitsortes walten lassen, nicht nur, weil sich die Angestellten Stunden des Pendelns in dichtem Berufsverkehr in Städten wie San Franciso und der Bay Area, Los Angeles oder Austin ersparten. Das Argument, bei der Arbeit vor Ort würden zufällige Ideen im Austausch mit anderen entstehen, das Apples Führungsebene immer vorbringt, sei so nicht haltbar. Im Gegenteil sei die Arbeit in der Gruppe leichter von zu Hause mit Videocalls und mehr zu organisieren, die Silos bei Apple seien so hoch, dass Treffen mit anderen Leuten eher stören würden. Doch vor allem sei Apples Marketing heuchlerisch, das Produkte wie Macbooks, iPads und iPhones samt ihrer Softwaretools als ideal für Remote Work preise. Dann sollten auch die Leute, die diese Produkte entwickeln, flexibel ihren Arbeitsort wählen können.

KI-Forscher wirft das Handtuch

Schon letzten Herbst hatte Apple versucht, die Angestellten wieder zurück in den Apple Park und andere Büros zu beordern, musste aufgrund weiterer Infektionswellen die Rückkehr verschieben, zunächst von September auf Oktober, dann auf unbestimmte Zeit. Nicht nur in der Belegschaft rumort es, auch in der Teamleitungsebene gibt es Unmut, meldet die Redakteurin von "The Verge" Zoë Schiffer auf ihrem Twitter-Account. So habe Apples Direktor für Machine Learning Ian Goodfelllow mit der Begründung gekündigt, für sein Team sei größtmöglich Flexibilität entscheidend, was Apples "Return to work"-Policy nicht mehr garantiere. Goodfellow hatte sich Apple erst im Jahr 2019 angeschlossen, zuvor war er sechs Jahre bei Google beschäftigt. Apple ruft seine Angestellten seit dem 11. April wieder ins Büro zurück, seit dem 4. Mai müssen sie mindestens an zwei Tagen in der Woche im Apple Park erscheinen.

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