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Datenschützer moniert: Apples Karten-Aufnahmen unverpixelt auf US-Servern

30.07.2019 | 10:55 Uhr | Thomas Hartmann

Thüringens Datenschutzbeauftragter Lutz Hasse warnt davor, dass Rohdaten der von Apple aufgenommenen Gesichter und Autokennzeichen auf Servern in den USA unverpixelt bleiben.

Wenn nun die Apple-Kameraautos durch Deutschland fahren, darunter seit Montag in München, Frankfurt und Stuttgart sowie flächendeckend durch Bundesländer wie Thüringen, um Aufnahmen für den eigenen Kartendienst Maps zu erstellen, sollen, wie man das von Google Maps bereits kennt, auch hier Gesichter von Menschen sowie Kennzeichen von Autos verpixelt und dadurch unkenntlich gemacht werden. Das gelte aber nicht für Häuserfassaden, Vorgärten oder Autos, meint Thüringens Datenschutzbeauftragter Lutz Hasse, wie unter anderem die Thüringer Allgemeine berichtet . Insbesondere Rohdaten der Aufnahmen könnten unverpixelt auf amerikanischen Servern gespeichert bleiben. Daher hat seine Behörde zur Löschung solcher Aufnahmen bereits ein deutschsprachiges Online-Formular vorbereitet, das sich hier (PDF) einsehen und ausfüllen lässt . Auch die passende E-Mail-Adresse an Apple steht dabei, um eine schriftliche Bestätigung wird darin gebeten.

Hasse hinterfragt auch, ob die Aufnahmen wirklich nur zur Verbesserung von Apple Maps dienen sollen. Grundsätzlich könnten die angefertigten Aufnahmen auch für das Apple-Pendant von Google Street View ”Look Around” dienen, wobei Apple gegenüber dem bayerischen Landesdatenschützer schon zugesagt haben soll, in Deutschland kein derartiges Angebot zu planen.

Die Reaktionen darauf sind gespalten – zwar würde dies für manche vorsichtigen Bürgerinnen und Bürger das Gefühl von Sicherheit erhöhen, den Nutzen eines solchen Kartenangebots aber auch für viele deutlich schmälern.

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