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Ticker: Neues von der Musikmesse

31.03.2007 | 09:00 Uhr

Ticker: Neues von der Musikmesse

Steinberg bringt Sequel: Konkurrenz für Garageband +++ Neues für Soundtüftler: PeakPro 6 +++ Native Instruments stellt Kore 2 vor +++ Audio Hijack Pro 2.7.2 +++ eMusic bietet Downloads für 25 Cent pro Song +++ EU-Kommission über iPod/iTunes: Weniger scharfe Töne vom Konkurrenz-Direktor +++ Gema verteidigt das Urheberrechte weiter +++ Musikindustrie setzt aufs Internet

Steinberg bringt Sequel: Konkurrenz für Garageband

Der Spezialist für Musiksoftware Steinberg hat auf der Musikmesse in Frankfurt mit dem Programm Sequel einen Konkurrenten für Apples Garageband vorgestellt.

Sequel präsentiert sich als "Tonstudio in einem Fenster" und bietet laut Hersteller alles für die Musikproduktion Notwendige wie Loops, Sounds, Effekte und einen virtuellen Mixer. 3,5 GB an Samples und Loops let der Hersteller für das 99 Euro teure Programm bei, 600 Softwareinstrumente stehen zur Verfügung. Im Live-Modus könne man Sequel Songs live umarrangieren und neu mixen, verspricht Steinberg. Sequel liegt für Windows und Mac-OS X vor, die Mac-Version ist eine Universal Binary.

Neues für Soundtüftler: PeakPro 6

Die nächste Generation des Audioschnitt- und Mastering-Programms PeakPro 6 kommt schon optisch im neuen Gewand daher.

Der Metallic-Look ist einem dezenten Schwarz gewichen und die Benutzeroberfläche lässt sich individuell im Helligkeitsgrad anpassen. Das Programm richtet sich an Sound-Designer, Podcast-Produzenten und Web-Designer. Sie können Audio-Tracks komplett zerlegen, neu abmischen und optimieren. Das Editieren einzelner Tracks ist in Version 6 laut Herstellerangaben schneller, es lagert mehr Daten in den Arbeitsspeicher aus. An eine Integration in iTunes hat Bias auch gedacht, Audio-Dateien lassen sich zwischen den beiden Applikationen austauschen. Podcasts kann der Anwender nach der Bearbeitung direkt ins Netz stellen. PeakPro 6 wird im dritten Quartal 2007 erscheinen. Alle Benutzer, die Peak LE 5 nach dem 14. März bestellt haben oder jetzt bestellen, bekommen das Update auf Version 6 kostenlos. Alle anderen registrierten Anwender können bis zum 31. März für 149 US Dollar ein Upgrade vorbestellen, danach soll es 179 Dollar kosten. Die aktuelle Vollversion von Peak Pro 5 gibt es für 599 Dollar.

Info: Bias

Native Instruments stellt Kore 2 vor

Auf der Musikmesse in Frankfurt hat Native Instruments sein multifunktionales Hostsystem Kore in Version 2 vorgestellt.

Neu sind in Kore 2 unter anderem eine umfangreiche Soundbibliothek mit 500 Sounds für alle Musikrichtungen. Die Sound-Engines von Absynth, Guitar Rig, FM 8, Kontakt, Massive und Reaktor sind in Kore 2 integriert. Die Benutzeroberfläche haben die Entwickler überarbeitet und dabei die "Sond Matrix" eingeführt. In einer Grid können Anwender so beliebige Instrumente, Effekte, Midi-Files und Soundkombinationen per Drag-and-drop zusammenstellen. Ihre Klangschöpfungen können Kore-Anwender nun in Kategorien zusammenstellen und derart leichter wieder finden. Kore 2 soll im Juni 2007 im Handel erhältlich sein und 500 Euro kosten.

Audio Hijack Pro 2.7.2

Audio Hijack Pro erfüllt zwei Aufgaben: Jedes Mac-OS-X-Programm mit Soundausgabe, inklusive Safari und dem DVD-Player, lässt sich durch eine Vielzahl an Plug-ins ergänzen, etwa einen Equalizer, Reverb, Echo, Karaoke-Funktionalität und eine Vielzahl weitere VST-Plug-ins. Zusätzlich kann man aber auch Internet-Radiosendungen oder Streams aufzeichnen und abspeichern. Ein Timer stoppt die Aufnahmen nach einer voreingestellten Zeit, auf Wunsch wird die Aufnahme in CD-gerechte Portionen aufgeteilt. Eine funktionsreduzierte Standardversion ist ebenfalls verfügbar. Die Pro-Version kann Voreinstellungen speichern, unterstützt die Audio Units von Mac-OS X und verfügt über eine Vielzahl zusätzlicher Funktionen wie die Aufnahme per Line-In oder eine Brennfunktion. Stellen mit Stille werden erkannt und können entfernt oder zum Aufteilen in Tracks verwendet werden. Die aktuelle Version korrigiert einen Fehler, der Abstürze verursachen konnte.

Systemanforderungen: ab Mac-OS X 10.3, Universal Binary, Hersteller: Roque Amoeba, Preis: US$ 32

eMusic bietet Downloads für 25 Cent pro Song

Die Preise für Musikdownloads von eMusic fallen mit der Einführung der Connoisseur Plans auf 25 Cent pro Stück.

eMusic bezeichnet sich selbst als den zweitgrößten Musikdownloadservice nach iTunes und hat sich auf Musik von unabhängigen Labels spezialisiert, die als MP3 vorliegt, ohne Einschränkungen für Kopien. Anders als iTunes bietet eMusic keine einzelnen Single- oder Album-Downloads an, sondern Abo-Modelle mit einer beschränkten Anzahl von Downloads. Bisher kosteten 30 Downloads im Monat 10 US-Dollar, 50 Downloads 15 US-Dollar und 75 Downloads 20 US-Dollar. Der neue dreistufige Conneisseur Plan senkt den Preis von Musikstücken auf bis zu 25 Cent pro Song. 100 Downloads pro Monat kosten 25 US-Dollar, 200 Downloads 50 US-Dollar und 300 Downloads 75 US-Dollar.

EU-Kommission über iPod/iTunes: Weniger scharfe Töne vom Konkurrenz-Direktor

Nachdem sich die EU-Verbraucherschutzkommissarin Meglena Kuneva noch sehr kritisch über die Bindung des iPods an iTunes geäußert hatte, stimmt ein weiterer Vertreter der Kommission jetzt weniger scharfe Töne an.

Der Generaldirektor für Wettbewerb, Philip Lowe, ist sich nicht sicher, ob das geschlossene iPod/iTunes-Paket überhaupt schädlich für den Wettbewerb ist. Vielmehr sieht Lowe mehrere Geschäftsmodelle, die alle einen MP3-Player an eine Musik-Bibliothek binden, gegeneinander antreten.

Info: DMW Media

Gema verteidigt das Urheberrechte weiter

Wie die Gema mitteilte, ging sie erneut erfolgreich gegen Rapidshare vor. Mit dem Urteil vom 21. März 2007 hat das Landgericht Köln seine einstweiligen Verfügungen vom 11. und 15. Januar 2007 gegen die Betreiber des Dienstes Rapidshare unter den Adressen rapidshare.de und rapidshare.com bestätigt. Der Share-Hoster kann nach Auffassung des Gerichts für Urheberrechtsverletzungen im Rahmen seines Dienstes zur Verantwortung gezogen werden. Bei diesem Urteil handelt es sich um eine wichtige Grundsatzentscheidung für die Rechteinhaber, so die Gema.

Sie stellt klar, dass es den Dienstbetreibern ab Kenntnis konkreter Rechtsverletzungen durchaus zumutbar ist, dafür Sorge zu tragen, dass diese Verletzungen sich nicht wiederholen bzw. fortsetzen. Die Gema vertritt in Deutschland die Urheberrechte von mehr als 60.000 Mitgliedern (Komponisten, Textautoren und Musikverleger).

Musikindustrie setzt aufs Internet

Die Umsätze mit legalen Musikdownloads steigen zwar kräftig, dennoch beklagt die Musikindustrie einen Umsatzrückgang von 2,4 Prozent.

Das Internet wird immer stärker zum Hoffnungsträger für die Musikindustrie. So stiegen die Downloadumsätze laut der deutschen Phonoverbände 2006 um 40 Prozent auf 42 Millionen Euro. Und auch der Verkauf von CDs über das Internet wird immer wichtiger. Mit 17,9 Prozent (2005: 16,8%) Umsatzanteil ist das Web zweitwichtigster Vertriebskanal hinter den Elektrofachmärkten mit 30 Prozent (2005: 30,8%). Weil der Downloadmarkt den Umsatzrückgang bei den klassischen Tonträgern noch nicht kompensieren kann, ging der Branchenumsatz im Vergleich zum Vorjahr leicht um 2,4 Prozent auf 1,706 Milliarden Euro zurück.

Hauptumsatzträger mit 85 Prozent Umsatzanteil bleibt die CD (Album + Single), gefolgt von Musikvideos mit neun Prozent. Download und Mobile erreichen zusammen fünf Prozent. „Trotz unserer Erfolge bei der Eindämmung der Internet-Piraterie blockieren die hohe Zahl illegaler Downloads und der weiter wachsende Anteil von Privatkopien nach wie vor den Turnaround", sagte Peter Zombik, Geschäftsführer der deutschen Phonoverbände am Donnerstag in Berlin.

Auch wenn die Zahl der illegalen Musikdownloads laut der deutschen Phonoverbände wegen der konsequenten Bekämpfung der Internet-Piraterie von 412 Millionen in 2005 auf 384 Millionen im Jahr 2006 rückläufig ist, sollen auf einen legalen immer noch rund 14 illegale Downloads kommen. Unverändert wächst auch die Zahl privater Vervielfältigung - beklagt die Musikindustrie - denn jeder zweite Deutsche ab zehn Jahren brennt CDs oder DVDs. Seit der ersten Erhebung 1999 hat sich die Zahl der Personen, die CDs oder DVDs brennen von 7,9 Millionen auf 31,4 Millionen nahezu vervierfacht, so die deutschen Phonoverbände.

Beliebtester Inhalt soll dabei mit Abstand Musik sein, der von 70 Prozent aller Personen gebrannt wird. Die Zahl der CD-Kopien mit Musik lag nach Angaben der Verbände mit 486 Millionen rund zehn Prozent höher als im Vorjahr. Das Verhältnis von verkauften zu kopierten CDs verschlechtert sich damit weiter und liegt bei über 1:3. Dabei diesen Angaben sollen private Musik-Kopien auf MP3-Playern, USB-Sticks, Mobiltelefonen oder Festplatten noch nicht berücksichtigt worden sein.

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