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Tile: Objektefinder kommt mit Ultrabreitband und Sicherheitsfunktionen

13.10.2021 | 10:50 Uhr | Thomas Hartmann

Mit Tiles lassen sich wie inzwischen unter anderem auch den Airtags von Apple Tracker an Alltagsgegenständen befestigen, um sie leichter aufzufinden. Nun gibt es diverse Neuerungen.

Die aktualisierten Produkte von Tile kommen mit neuem Design, einer laut Hersteller größeren Suchreichweite, lauterem Signalton und einer neuen Möglichkeit, verlorene Gegenstände zu finden und zurückzugeben. Mit der Einführung des Ultrabreitband-fähigen Tile Ultra will das Unternehmen Anfang nächsten Jahres außerdem eine hochpräzise Punkt- und Ortungsfunktion sowie eine neue ”Scan and Secure“-Funktion einführen. Hierzu arbeitet Tile allerdings vorwiegend mit Google zusammen und konzentriert sich auf ”ein optimales Erlebnis auf Android-12-Smartphones und Ultrabreitband-Unterstützung” auf diesen Geräten. Allerdings sollen diese Ultrabreitband-Tracker ebenso mit iOS-Geräten kompatibel sein. In die App "Wo ist?" integriert Tile seine Geräte jedoch nicht.

Die neuen Modelle

Der Pro, der leistungsstärkste Tracker von Tile mit einer Reichweite von 120 Metern (hier und im folgenden Herstellerangaben), erhält ein neues Aussehen und eine neue Haptik, um seinem häufigsten Einsatzbereich gerecht zu werden: dem Schlüssel. Der Mate, der Sticker und der Slim wurden alle auf eine Reichweite von 76 Metern erweitert, eine Steigerung von 25 Prozent für Mate und Slim und 67 Prozent für den Sticker. Diese drei Modelle verfügen jetzt über einen lauteren Signalton, der es noch einfacher machen soll, beispielsweise eine Fernbedienung oder eine zwischen Sofakissen versteckte Brieftasche zu finden. Darüber hinaus verfügt der Mate nun über eine Batterielebensdauer von drei Jahren und ein neues Design, das sowohl in Weiß als auch in Schwarz erhältlich ist. Alle vier Modelle sind jetzt nach IP67 wasserdicht, das heißt sie können bis zu 30 Minuten lang in einen Meter tiefes Wasser getaucht werden. Weitere Informationen zum Mate finden sich beispielsweise hier , weiter unten auf der Seite gibt es eine Tabelle mit den wichtigsten Vergleichswerten der unterschiedlichen Ausgaben des Tile.

”Lost and Found“ soll mehr Finder hinzufügen

Tile hat auch die Funktionen außerhalb des Hauses verbessert, um verlorene Gegenstände zu finden, genannt ”Tile Lost and Found“. Dieser Service soll es den Usern ermöglichen, das Tile-Netzwerk auf jede Person auszuweiten, die einen verlorenen Gegenstand findet. Jedes neue Tile (mit Ausnahme des Sticker) hat demnach einen QR-Code auf der Rückseite, sodass, wer immer ein verlorenes Tile findet, den Code scannen, die vom Besitzer angegebenen Kontaktdaten einsehen und dann koordinieren könne, wie man den verlorenen Gegenstand wieder mit seinem Besitzer zusammenbringt. Somit könne jede Person, die ein Smartphone besitzt, bei der Suche nach einem verlorenen Gegenstand helfen. Die sprachgesteuerte Suche funktioniert aber nur über Amazon Alexa und Google Assistant.

Neue Sicherheitsfunktion gegen unerwünschtes Tracking

Die Tile-Tracker sind für das Auffinden von verlorenen Gegenständen konzipiert, nicht für das Aufspüren von Personen, so der Hersteller. Aus diesem Grund gibt es nun die neue Funktion ”Scan and Secure“, die mit Unterstützung einer auf dieses Gebiet spezialisierten Organisation entwickelt wurde. Damit soll es allen Usern der Tile-App (auch wenn man kein aktives Tile-Konto hat) möglich sein, nach Tile-Geräten in der Nähe zu suchen und zu erkennen, ob sich ein unbekanntes Gerät in der Nähe befindet. Diese neue Funktion werde Anfang nächsten Jahres für Android- und iOS-Nutzer verfügbar sein und soll auch den Anforderungen von Interessenverbänden etwa zur Unterstützung von möglichen (auch mit solcher Technologie verfolgten) Opfern gerechter werden.

”Point and Locate“-Funktion mit Tile Ultra

Dazu kommt der schon erwähnte ”Tile Ultra” als erster Tracker in der Reihe, der sowohl Bluetooth- als auch Ultrabreitband-Technologien nutzt, wie auch Apple sie bereits in den Airtags für präzisere Ortung implementiert hat. Tile Ultra nutzt demnach die sogenannte ”Point and Locate“-Funktion, die eine genaue Augmented-Reality-Suche ermöglichen soll, um die User direkt zu Ihrem Objekt zu führen. Der Ultra bietet laut Anbieter eine ”hochpräzise visuelle Suche, die es einfach macht, verlorene Schlüssel hinter einem Regal oder eine Tasche in einem lauten Restaurant zu finden.” Dies soll ab Anfang 2022 verfügbar sein.

Aber warum nicht mit Apples ”Find My”?

Bereits im Frühjahr dieses Jahres hat Apple sein ”Wo ist?“-Netzwerk für Drittanbieter freigegeben, sodass man nun auch von anderen Herstellern kompatible Geräte hinzufügen und in der App aufspüren kann. Diese unterliegen dann auch den Datenschutzbestimmungen des iPhone-Herstellers und gehören zum ”Made for iPhone (MFi)-Programm”. Tile macht davon jedoch keinen Gebrauch. Auf unsere Anfrage, warum dies so ist, erhalten wir über das amerikanische Entwicklungssystem die Antwort, dass man Apples ”Find My”-Netzwerk nicht beitreten werde, weil man dann Apple auch einen ”beispiellosen Zugriff” auf das eigene Geschäft gewähren müsste. Dies würde auch zu einem ”umständlichen Erlebnis” für die User führen.

Trotz dieser Erklärung staunen wir über diese Auskunft, denn früher hatte sich Tile noch beim US-Kongress darüber beschwert, dass Apple das eigene ”Wo ist?” Lösungen von Drittanbietern vorzieht. Während andere Hersteller von Objektfindern wie Chipolo diese Möglichkeit bereits gezielt nutzen und damit die Basis für die eigene Kundschaft zum Aufspüren verlorener Gegenstände erweitert, will Tile offenbar mit Verweis auf eigene Betriebsgeheimnisse davon Abstand nehmen. Das ist selbstverständlich die Entscheidung und Sache des Herstellers, auch wenn sie sich womöglich nicht jedem erschließt.

Die neuen Tracker von Tile sind ab sofort auf Tile.com sowie auf Amazon, Tink und Galaxus erhältlich:

Tile Pro in Schwarz oder Weiß, für 35 Euro

Tile Mate in Schwarz oder Weiß, für 25 Euro

Tile Slim in Schwarz, für 35 Euro

Tile Sticker in Schwarz, ab 25 Euro

(Preise jeweils für ein Einzelstück, es gibt auch vergünstigte Packs mit zwei oder mehr Stück).

Wir haben Tiles bereits getestet, zuletzt im Vergleich zu den Apple Airtags .

 

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