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Tim Cook: App Store soll kein "Flohmarkt" werden

13.04.2021 | 11:50 Uhr | Peter Müller

Epic Games hat letzten Sommer einen Streit um den App Store angezettelt, der Apple in kartellrechtliche Schwierigkeiten bringt. Apple-CEO Tim Cook bezieht erneut Stellung gegen den Fortnite-Anbieter

Der Streit um Fortnite und die Folgen des Rausschmisses von Epic Games aus dem App Store zieht weitere Kreise, nicht zuletzt wegen der Vorwürfe, Apple würde mit einem Angebot ein Monopol errichten, muss das Unternehmen seinen CCO Kyle Andeer vor dem Justizausschuss des US-Senates aussagen lassen .

Apple stellt sich hingegen auf den Standpunkt, die Abgaben von 30 respektive 15 Prozent seien ein fairer Beitrag für eine sichere und reichweitenstarke Plattform. Eine Aufweichung der strengen Prinzipien würde der Plattform, Entwicklern und Kunden schaden. Apple-CEO Tim Cook erklärt sich nun in einem Interview mit dem Toronto Star . Apple wolle demnach nicht zulassen, dass Epic Games den App Store in einen "Flohmarkt" verwandle. Epics Wunsch, seine eigenen Bedingungen zu diktieren und sein eigenes Bezahlsystem zu haben, würde nach Ansicht Cooks entsprechende Folgen haben: "Man kennt ja das Vertrauensniveau eines Flohmarktes". Der Apple-Chef beklagt, dass die Anzahl der Kunden, die ein solches System nutzten, "deutlich geringer" sein würde, was sowohl für den Nutzer als auch für die Entwickler schlecht wäre. "In dieser Umgebung gewinnt also niemand", sagte Cook.

Sicher und sauber – mit Aufwand

Apple sei in keinem der Märkte dominant, in dem es agiere. Überall gebe es "harten Wettbewerb". Der App Store sei ein "ökonomisches Wunder", seit 2008 habe er weltweit 500 Milliarden US-Dollar (420 Milliarden Euro) umgesetzt. Allein in Kanada hätten Entwickler seit dem Start 2,25 Milliarden kanadische Dollar mit Apps einnehmen können, rund 1,5 Milliarden Euro oder 1,8 Milliarden US-Dollar. Im Lande könnten 243.000 Entwickler von ihrer Arbeit dank des App Stores leben.

Jede Woche würde die Plattform 100.000 eingereichte Apps überprüfen, mit einer Kombination aus menschlicher und maschineller Arbeit. 40.000 der Einreichungen müsse man ablehnen, weil sei gegen die Richtlinien verstoßen, indem sie etwa Hass oder Pornographie verbreiten oder Schadcode einschmuggelten. Diese Kuratierung der Inhalte führe dazu, dass der App Store ein sicherer Platz sei, an dem man ein hohes Maß an Datenschutz erwarten könne.

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