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Tim Cook: "Apple ist kein Monopol"

05.06.2019 | 10:23 Uhr | Peter Müller, Halyna Kubiv

Nach der WWDC hat Tim Cook gegenüber CBS News ein Interview zur "Lage der Nation" bei Apple gegeben.

Die Funktion "Anmelden mit Apple ID", die Apple als Bestandteil von iOS 13, iPadOS 13 und macOS 10.15 am Montag vorgestellt und gepriesen hat, sei kein Angriff auf Facebook und Google, die schon länger im Web eine derartige Authentifizierungsmethode anbieten, erklärt Tim Cook im Interview mit CBS . Man ziele auf keinen Konkurrenten, sondern habe allein den Nutzer im Visier, der die Möglichkeit schätze, sich bei vielen Anbietern anzumelden, ohne überwacht zu werden. Apple stärke mit der Neuerung den Datenschutz und das sei vernünftig, in Zeiten, in denen sich die Kunden immer mehr Gedanken über ihre Daten und deren Verwertung machten. Wenn es keine Privatsphäre mehr gebe, verliere man persönliche Freiheiten. Schon der Gedanke, dass jemand alles über einen wissen könnte, würde in diesem Sinne einschränken. Kritik entzündet sich derzeit aber an dem Umstand, dass App-Entwickler dazu verpflichtet werden, auch "Anmelden mit Apple ID" zu integrieren, wenn sie ihre Anwendungen mit den Anmeldefuktionen von Facebook und Google ausstatten.

Im gleichen Interview sieht Tim Cook der Untersuchung der FTC gegen Apple und andere Technikunternehmen gelassen entgegen. Eine kritische Überprüfung sei richtig, es könne aber niemand zum Schluss kommen, dass Apple ein Monopol errichtet habe. Man kontrolliere nur einen "moderaten" Anteil des Marktes und zwar auf jedem Gebiet, wo Apple tätig ist. Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, hatte in einem Tweet jüngst betont, dass es nun an der Zeit sei, auf Silicon Valley - das zu ihrem Wahlkreis gehört - genauer zu schauen. Die Selbstregulierung könne nicht mehr so weiter gehen, es sei eine Gefahr für die Demokratie, wenn nur wenige Firmen das Internet dominierten. Die digitale Welt sei heute Basis für die Wirtschaft, Gesellschaft und Demokratie und daher eine Angelegenheit, die alle angeht.

Tim Cook erklärt auch seine Kooperation mit dem Weißen Haus. Währen die anderen CEOs aus der Silicon Valley sich gegen die Kontaktaufnahme mit Trumps Regierung aussprechen, ist Cook überzeugt, dass nur über die Diskussionen mit dem Opponenten auf einen gemeinsamen Nenner kommen kann: "Ich vertrete nicht die Position – Ich bin dagegen, also will ich mit dir nichts zu tun haben. Denn nur in Gesprächen kann man den Gegenüber überzeugen."

Noch nicht überzeugen konnte Cook die US-Regierung dazu, erleichterte Richtlinien für minderjährige Migranten zu erlassen. Die so genannten Dreamers sind vor Jahren als Kinder illegal in die USA eingewandert und haben deswegen einen recht wackeligen legalen Status im Land. Cook dazu: "Diese Menschen sind die Amerikaner wie ich und du. Sie haben auch diese Anerkennung verdient."

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