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Tim Cook: Sich zu engagieren ist besser als nur zu meckern

02.03.2020 | 15:34 Uhr | Halyna Kubiv

Tim Cook spricht in einem Interview über die Folgen von Corona-Virus auf Apple und iPhone-Produktion.

Während die ganze Welt anscheinend in die Hysterie wegen des Corona-Virus verfällt und am vergangenen Wochenende erste Hamstereinkäufe die Regale leerten, scheint Tim Cook Ruhe zu bewahren. In einem Interview gegenüber "Fox News" hat der Apple-CEO ein paar Fragen zu Produktion und Auslieferung des iPhone beantwortet. Cook hatte vor seiner Position als CEO die Lieferkette bei Apple aufgebaut und das Konzept von schnellen Lieferungen ohne nennenswerte Lagerungen und Vorräte geprägt. Auf die Frage, ob das Corona-Virus sich auf die künftigen Apple-Produkte auswirken kann, hat Tim Cook geantwortet, dass man bei Apple die Situation beobachte. Momentan ändere sich der Fokus von China auf Südkorea und Italien, wo Apple auch seine Zulieferer hat. Man habe bei Apple jedoch erfolgreich schon andere Probleme überstanden wie Waldbrände, Tornados und Erdbeben. Das Hauptmerkmal der schlanken Apple-Lieferkette sei demnach ein schneller Rückgang zum Normalzustand. Bei jedem unvorhergesehen Vorhall habe Apple laut Cook analysiert, wie schnell die Produktion wieder aufgenommen werden kann und gegebenenfalls die Schwachpunkte identifiziert. Auch im Fall von Corona-Virus werde man schauen, wie schnell sich die Lage beruhigt und an welchen Stellen noch eine Verbesserung notwendig ist. Tim Cook wich einer Antwort aus, ob Apple eine Alternative für China als Produktionsstätte sucht oder suchen wird.

Tim Cook ist auch auf sein Verhältnis mit Donald Trump eingegangen. Wie bekannt, hat der US-Präsident eine Fabrik in Austin besucht, die die Macs Pro produziert, nach der Darstellung der Pressestelle im Weißen Haus hat Trump diese Fabrik geöffnet, obwohl die Stätte seit mindestens 2013 Apple-Produkte herstellt. Dies hat für Kritik gesorgt, auch gegenüber Tim Cook, weil dieser die Darstellung des US-Präsidenten nicht berichtigt hat. Tim Cook hat geantwortet, dass man mit dem Weißen Haus statt Differenzen den kleinsten gemeinsamen Nenner suche. Dieser bestehe derzeit bezüglich neuen Arbeitsplätzen und Bildung.

Auf die Frage, ob die Apple-Mitarbeiter diese Politik unterstützen oder nicht, antwortete Cook, dass die Kollegen frei sind, jede beliebige Meinung zu vertreten. Er werte das als positives Anzeichen, wenn man sich engagiert. Wenn man irgendetwas schlimm findet, versucht man dies zu minimieren. Wenn etwas nach eigener Auffassung positiv ist, verstärkt man dies durch das eigene Engagement. Nur am Spielfeldrand stehen zu bleiben und sich laut zu beschweren bringe nichts, sondern trage nur weiter zur Spaltung der Gesellschaft bei.

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