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Tim Cook über soziale Gerechtigkeit im Interview

22.06.2020 | 10:47 Uhr | Peter Müller, Halyna Kubiv

Gegenüber CBS hat Tim Cook über ein paar wichtige Themen gesprochen: Steuer, soziale Gerechtigkeit, Innovation und wie sie die Welt bewegt.

Interview: Im Vorfeld der WWDC hat Tim Cook dem Fernsehsender CBS ein Interview gegeben, das am Sonntag ausgestrahlt wurde. Andeutungen über die Inhalte der Keynote am heutigen Montag ließ er sich nicht entlocken, obwohl vor Neuigkeiten schier platzen wollte, aber er sei ja in der Zurückhaltung trainiert.

Wesentlicher war daher der Teil über die soziale Verantwortung Apples, das die Technologie schaffen half, mit der Vorfälle wie der Mord an George Floyd von Passanten überhaupt erst dokumentiert werden konnten. Eine der dramatischsten gesellschaftlichen Änderungen seien ausgelöst worden, weil jemand ein Video aufgenommen habe, man sei sehr stolz bei Apple, den Leuten Kameras in die Taschen gesteckt zu haben, so dass nun niemand mehr wegschauen könne. Nach Cooks Ansicht kann die Gesellschaft vor einem großen sozialen Umbruch stehen, denn die Entwicklung findet eben nicht gleichmäßig statt: Einige Zeit lang passiert scheinbar nichts Bewegendes, dann gibt es einen riesigen Sprung nach vorne. Apples Rolle dabei – die Amplitude dieses Sprungs noch vergrößern. Cook selbst ist in den Sechzigern in dem Südstaat Alabama aufgewachsen, er kann sich noch an die Überschriften an manchen Einrichtungen erinnern: "Nur für Weiße".  Heute fragt er sich, wie die Menschen so etwas je akzeptabel finden konnten.

Zum Thema Steuern zog sich Cook wieder auf die Position zurück, Apple würde genau das bezahlen, was es schulde. Doch leiste das Unternehmen nicht nur Steuerzahlungen für die Gesellschaft, in der Corona-Pandemie habe man die Firma auf den Kopf gestellt und auch Abermilionen für Material an medizinisches Personal gespendet. Cook wurde auf seine Beziehung zu dem US-Präsidenten Donald Trump angesprochen, denn von außen gesehen können die beiden nach ihren Ansichten nicht unterschiedlicher sein: Apple setzt sich seit Jahren für die Rechte der Kinder der vormals illegal Eingewanderten, sogenannte Dreamer, Trump will die Regelungen verschärfen und junge Erwachsene abschieben, die längst integriert sind und Steuern zahlen. Im Interview wurde ein Teil der Mac-Vorstellung aus der Apple-Fabrik in Texas ausgesendet, die Trump feierlich eröffnete, diese aber seit 2013 in Betrieb ist.

Tim Cook gab im Interview zu verstehen, dass die Zeiten für CEOs als reine Umsatz- und Gewinn-Verwalter insbesondere für Apple längst vorbei sind. Je größer Apple wird, desto mehr Verantwortung muss das Unternehmen übernehmen.

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