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Offizieller Tor-Browser "Onion Browser" für iPhone ab sofort kostenlos

11.01.2017 | 11:17 Uhr |

Der Onion Browser für das anonyme Surfen über das Tor-Netzwerk ist ab sofort gratis. Der Entwickler nennt gute Gründe dafür.

Der Onion Browser für iPhone und iPad ist ab sofort kostenlos, bisher kostete die App für anonymes Surfen über das Tor-Netzwerk im App Store 99 Cent. Der Journalist und Entwickler Mike Tigas hatte die App zunächst für seine eigenen Recherchen im Jahr 2012 programmiert und sie später zunächst Kollegen zur Verfügung gestellt und anschließend in den App Store eingebracht. Der Quellcode der Anwendung bleibt Open Source, so dass mehrere Tor-Anwendungen um die Gunst der Nutzer buhlen.

Jüngste Ereignisse hätten ihm klar gemacht, dass es immer wichtiger werde, Meinungsfreiheit, Privatsphäre und digitale Sicherheit zu schützen, schreibt Tigas in seinem Blog . Er begründet seine Entscheidung, für Onion künftig nichts mehr zu verlangen, aber auch damit, dass er von Anfang an mit den Einnahmen nur seine Ausgaben für die Mitgliedschaft in der Apple Developer Connection (ADC) von 100 US-Dollar im Jahr refinanzieren wollte. Zuletzt habe er aber mit der App rund 2.000 US-Dollar im Monat eingenommen und somit genug für ein langes Leben als Apple-Entwickler zusammenbekommen.

Die Entwicklung werde jedoch weiter gehen müssen und Unterstützung für das Projekt könne man jetzt über das Spendenportal Patreon und andere Kanäle leisten. Als Beispiel für eine solche Erweiterung des Onion Browsers nennt Tigas die Integration von obfs4proxy, das die Funktionstüchtigkeit des Onion-Browsers auch dort gewährleistet, wo Tor-Software behindert wird.

Tor war ursprünglich ein Akronym für "The Onion Routing", was anschaulich beschreibt, die wie Technik die IP-Adresse des Nutzers verschleiert. Dabei geschieht die Kommunikation via Client und Server nicht nur verschlüsselt, sondern über mehrere (genauer: drei) Zwischenstationen - der Vergleich mit Zwiebelschalen liegt nahe. Der Betreiber des Servers kann so nicht erkennen, wo genau die Nutzer sich aufhalten, da ihre ursprüngliche IP-Adresse sich nicht mehr ermitteln lässt.

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