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Toshiba beerdigt HD-DVD, Apple den Xserver Raid

22.02.2008 | 13:33 Uhr |

Toshiba beerdigt HD-DVD, Apple den Xserver Raid

Pessimisten dürften diesen Dienstag aber ob der Neuheiten aus dem Apple Store laut aufgestöhnt haben. Der starke Preisrutsch für den iPod Shuffle 1 GB und das neue Modell mit 2 GB zu einem Preis, der immer noch unter dem des alten Shuffle liegt, deutet das nicht auf massive Absatzprobleme Apples hin? Das Ende des Xserve Raid, sieht das nicht nach einem Eingeständnis aus, im Business-Segment endgültig gescheitert zu sein? Also raus aus der Aktie, bevor der Kurs noch mehr verfällt. Das Gegenteil ist aber richtig. Sicher, der Shuffle dürfte sich in letzter Zeit nicht mehr sonderlich verkauft haben, mit 45 Euro ist Apple nun im Preissegment der Konkurrenz angelangt. Für den Gesamtumsatz spielt das aber keine große Rolle, zwar sollte der attraktive Preis den Absatz wieder ankurbeln, den erzielten Umsatz dürfte das kaum steigern. Wichtig ist nur, dass Apple im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2007/2008 mehr iPods verkauft als vor Jahresfrist, da waren es 10,5 Millionen . Dank der Erweiterung der Produktlinie nach oben (iPod Touch) sollte trotz der Preissenkung für den Shuffle auch der Umsatz über Vorjahresniveau liegen. Die Zahl von 25 Millionen verkauften iPods im Weihnachtsgeschäft hatte niemals Apple als Ziel angegeben, sondern stets Wall Street gefordert. Schlussendlich waren es 22,1 Millionen iPods , „nur“ fünf Prozent mehr als Ende 2006, die aber 17 Prozent mehr Umsatz erzielten. Eine Shuffle-Preissenkung noch im Weihnachtsgeschäft hätte den Umsatz kaum gesteigert. Anstatt sich mit dem Xserve Raid zu verzetteln, dessen Verkaufszahlen Apple nie ausgewiesen hat, will sich das Unternehmen lieber auf das konzentrieren, was es am besten kann: Software. Xsan 2 „muss“ daher mit Hardware der Konkurrenz zusammenarbeiten, ist für ein SAN-System aber konkurrenzlos günstig. Schlechte Nachrichten brachte dieser Dienstag nicht, die Börse honoriert es und der Kurs steigt wieder, wenn auch nur zögerlich. Es ist aber noch nicht aller Dienstage Abend.

Statt Tuesday beging Toshiba diese Woche einen Doomsday, was seine Aktivitäten in Sachen HD-DVD betrifft. In den letzten Monaten hatte es sich abgezeichnet, dass Blu-Ray sich durchsetzen würde. Die Entscheidungen der Filmstudios für das Sony-Format ließen keinen Ausweg für HD-DVD. Langfristig sieht es für Blu-Ray aber auch nicht besser aus. Die Verbraucher sind müde, schon wieder in eine neue Technologie investieren zu müssen, wo man doch gerade erst den Videorekorder zum Wertstoffhof gebracht hat. Blu-Ray hat sich zu Tode gesiegt, der Konkurrent ist nicht die HD-DVD, sondern das Internet. Mit steigender Bandbreite wird die drahtlose Distribution von HD-Video immer unproblematischer. Apple ist ganz vorne mit dabei, der zweite Versuch mit Apple TV (genau, seit Dienstag vor einer Woche...) ist der entscheidende. Allmählich steigt auch die Alte Welt in den Vertrieb via iTunes ein: Seit Dienstag(!) bietet die BBC erste Fernsehserien in der UK-Niederlassung des iTunes Store an. In Europa mangelt es weniger an Bandbreite denn an rechtlicher Klarheit bezüglich der Verwertung, sonst würde der Zug viel schneller abfahren. Man kann sich aber einigermaßen auf den Rat verlassen, besser nicht in Blu-Ray zu investieren. Nicht an diesem Dienstag und nicht am nächsten.

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