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Trotz Lidar: iPad-Pro-Kamera beeindruckt wenig

16.04.2020 | 17:30 Uhr |

Analysten haben die Kamera des neuen iPad Pro auseinandergenommen und mit der des iPhone 11 verglichen. Die Erkenntnis: Die Kamera des iPhone 11 eignet sich wesentlich besser fĂŒr Fotografie.

Das neue iPad Pro ist das erste iPad mit einer Dual-Cam. Auf den ersten Blick hĂ€tte man die neue Kamera glatt fĂŒr eine Kopie der iPhone-11-Kamera halten können, die Konfiguration mit Weitwinkel- und Ultraweitwinkellinse ist zumindest sehr Ă€hnlich. Doch ein genauerer Blick auf die Spezifikationen zeigt bereits Unterschiede. Die Brennweite der Ultraweitwinkellinse ist beim iPad Pro etwas grĂ¶ĂŸer, 14 mm statt 13 mm beim iPhone 11. Der Bildausschnitt des iPhones ist also etwas weiter als beim iPad Pro. Und auch die Auflösung des iPad-Sensors ist mit 10 Megapixel etwas geringer als beim iPhone 11 (12 Megapixel).

A13-Chip bietet bessere UnterstĂŒtzung fĂŒr die Kamera

Eine Analyse des Experten und Fotoapp-Entwicklers Sebastian de With hat ergeben, dass diese technischen Unterschiede sich auch in der QualitĂ€t der Aufnahmen bemerkbar machen, wie Appleinsider berichtet . Einer der GrĂŒnde ist das Fehlen des Deep-Fusion-Features. DafĂŒr wĂ€re der A13-Chip vonnöten, der in den iPhones von 2019 verbaut ist. Im neuen iPad Pro ist aber nur eine abgeĂ€nderte Version des A12X-Chips verbaut, der A12Z. Eventuell reicht dessen Rechenleistung fĂŒr Deep Fusion nicht aus. Wahrscheinlicher ist aber, dass die KapazitĂ€ten fĂŒr Deep-Learning-Funktionen nicht in gleichem Maße vorhanden sind. De With sieht die Weitwinkelkamera des iPad Pro nĂ€her an der des iPhones 8. Also immer noch ein gutes Kamerasystem, nur eben nicht so gut wie das des iPhone 11.

Der kleinere Sensor verringert auch die maximale Auflösung der Fotos. Die liegt bei 3.680 × 2.760 Pixel, das iPhone 11 schafft Fotos mit 4032 × 3024 Pixel. Einen Vorteil bringt aber der kleinere Sensor, die minimale Belichtungszeit ist mit 1/62.000 Sekunde noch kĂŒrzer als beim iPhone 11 (1/45.000 Sekunde).

LIDAR-Sensor nicht fĂŒr Portrait-Fotos geeignet

Laut De With bietet der LIDAR-Sensor, dessen Laser zur Tiefenerfassung fĂŒr AR-Anwendungen viele Vorteile bringt, zum aktuellen Zeitpunkt noch keinen Nutzen fĂŒr den Portraitmodus der Kamera. Die von dem Sensor erfassten Daten eignen sich gut fĂŒr die Erfassung grĂ¶ĂŸerer Objekte in einem Raum, seien aber nicht detailliert genug zur UnterstĂŒtzung von Portrait-Aufnahmen. Dass eine solche Funktion noch nachgeliefert wird, hĂ€lt De With aber durchaus fĂŒr möglich, mit Verweis auf die Möglichkeiten die sich durch Deep Learning bieten.

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