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Trotz immer mehr IT: Gurt ist Lebensretter Nummer eins

30.12.2015 | 12:05 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Airbag und Sicherheits-Assistenten sind sicherlich wichtig, doch der Sicherheitsgurt ist immer noch Lebensretter Nummer 1 im Auto.

Notbrems-Assistent, Spurhalter, Totwinkelassistent, ACC, M├╝digkeitswarner und Airbags, ABS und ESP - immer mehr IT steckt in modernen Autos, um diese sicherer zu machen, um Unfallfolgen zu mindern oder Unf├Ąlle ganz zu verhindern. Und um Leben zu retten. In naher Zukunft sollen sich Auto dank Car2Car-Technologie sogar gegenseitig warnen. Doch der wichtigste Lebensretter im fahrbaren Untersatz ist immer noch der gute alte Sicherheitsgurt. Das hat der ADAC noch einmal betont.

1953 starben rund 12.500 Menschen im Stra├čenverkehr. Von da an stieg die Zahl der im Stra├čenverkehr Get├Âteten massiv an, Anfang der Siebzigerjahre starben in Deutschland j├Ąhrlich mehr als 20.000 Menschen im Stra├čenverkehr.

Am ersten Januar 1976 wurde die Anschnallpflicht in der Bundesrepublik eingef├╝hrt. Zusammen mit anderen Ma├čnahmen wie der H├Âchstgeschwindigkeit von Tempo 100 auf Landstra├čen (1972), der 0,8-Promille-Grenze f├╝r Blutalkohol (1973) und der Richtgeschwindigkeit Tempo 130 auf Autobahnen (1974) sank deswegen die Zahl der Unfalltoten erheblich: Kurz nach 1985 auf rund 10.000 Tote. Um 2006 wurde die 5000-Tote-Grenze erreicht.

Der ADAC führt regelmäßig Tests durch, um die Sicherheit in Autos stetig zu verbessern.
Vergr├Â├čern Der ADAC f├╝hrt regelm├Ą├čig Tests durch, um die Sicherheit in Autos stetig zu verbessern.
© ADAC/Robert Brembeck

Kurz zuvor, n├Ąmlich 1984, wurde das Verwarnungsgeld f├╝r das Nichtanlegen des Sicherheitsgurtes eingef├╝hrt. 2015 werden nach einer ADAC-Prognose noch 3.445 Menschen im Stra├čenverkehr sterben. Das sind zwar 68 Verkehrstote mehr als 2014. Bei dieser Zahl ist aber der vergleichsweise hohe Anteil der t├Âdlich verungl├╝ckten Motorradfahrer zu ber├╝cksichtigen ÔÇô wegen des milden Winters und des sch├Ânen Sommers, die Motorradfahrern entgegenkamen. Wobei besonders Motorradfahrer im Sp├Ątsommer und Herbst ganz besonders gef├Ąhrdet sind.

Der historische Tiefststand bei den Verkehrstoten war 2013 mit 3.339 t├Âdlich Verungl├╝ckten erreicht worden. Im gleichen Zeitraum stieg aber die Zahl der angemeldeten Fahrzeuge massiv an: Von rund 19 Millionen PKWs 1974 auf ├╝ber 42 Millionen im Jahr 2012.

Der Gurt ist ÔÇô auch in Kombination mit Airbags und anderen Sicherheitssystemen ÔÇô nach wie vor der wichtigste Lebensretter, wie der ADAC betont. Denn ohne angelegten Sicherheitsgurt wird der Fahrer selbst in einem Auto mit hochfester Fahrgastzelle und Computer-berechneten Knautschzonen nach vorne gegen Windschutzscheibe und Armaturenbrett oder ganz aus dem Fahrzeug herausgeschleudert.

Weil Autofahrer, gerade bei kurzen Fahrten, den Gurt nicht immer anlegen, seien Gurtwarner besonders wichtig. Laut ADAC-Unfallforschung sind verunfallte Fahrzeuge im Durchschnitt acht Jahre alt. Nicht alle Autos verf├╝gen also schon ├╝ber Gurtwarner, die optisch und akustisch ans Anschnallen erinnern.

Im Sicherheitssystem eines Autos verhindert der Gurt, dass Autofahrer bei einem Aufprall gegen das Armaturenbrett und die Windschutzscheibe fliegen. Der Gurt sch├╝tzt vor allem vor schweren Verletzungen an Kopf, Augen, Hals und Oberk├Ârper, die bereits bei einem Crash im Stadtverkehr entstehen k├Ânnen.

Auto- und Motorradfahrern drohen t├Âdliche Unf├Ąlle mit M├Ąhdreschern

Die beim Unfall wirkenden Kr├Ąfte k├Ânnen das Vielfache des K├Ârpergewichts erreichen, wie der ADAC ausf├╝hrt. Ein nicht angeschnallter Erwachsener auf der R├╝ckbank entwickelt bei einem Aufprall mit Tempo 50 eine Kraft, die zirka drei Tonnen gleichkommt. Das entspricht dem Gewicht eines Elefanten. Kr├Ąfte und Folgen eines Crashs bei h├Âheren Geschwindigkeiten sind entsprechend extremer.

Dass der Airbag den Gurt ersetzt, ist ein gef├Ąhrlicher Irrglaube. Er entwickelt seine Schutzfunktion nur in Kombination mit dem Gurt. Wichtig: Bis etwa 25 km/h sch├╝tzt allein der Sicherheitsgurt.

Wer sich nicht anschnallt, muss mit einem Bu├čgeld von 30 Euro rechnen. Wird ein Kind ohne Sicherung transportiert, kostet das 60 Euro, bei mehreren Kindern 70 Euro.

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