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Trump droht Apple wegen Pensacola-iPhone

15.01.2020 | 08:40 Uhr | Peter Müller

Strafverfolger wollen wieder an iPhone-Daten. Apple unterstützt die Behörden, zieht aber klare Grenzen.

15.01.2020: Trump droht Apple wegen Pensacola-iPhone

Quid pro quo : Anscheinend baut der US-Präsident das nächste Drohszenario auf, Erpressung oder das Aufzeigen von Alternativen, wie immer man das nennen möchte. Für seine Fans dürfte die Sache anders liegen, die würden seinen Tweet vom Dienstag dahin gehend interpretieren, dass der POTUS das reichste Unternehmen der Welt an seine patriotischen Pflichten als US-Firma erinnert und daran, was er in seiner unvergleichlichen Weisheit und Güte für Cupertino zuletzt unternommen hat. Es geht natürlich um den Fall des Shootings in Pensacola, Florida und darum, dass Apple zwar mit den Strafverfolgungsbehörden kooperiert, dabei aber klare Grenzen zieht: Es gibt keine Hintertür in iOS, durch die Ermittler in gesperrte iPhones spazieren könnten. Denn das Wissen um eine solche Lücke würden auch Kriminelle oder Drittstaaten ausnützen können, das würde ja nicht einmal das stabile Genie im Weißen Haus so wollen. Der Duktus des Tweets lässt aber darauf schließen, dass dem Twitterer dafür das Verständnis fehlt: "Wir helfen Apple die ganze Zeit beim HANDEL und so vielen anderen Themen, und doch weigern sie sich, Telefone freizuschalten, die von Mördern, Drogendealern und anderen gewalttätigen kriminellen Elementen benutzt werden. Sie werden sich an die Arbeit machen müssen und unserem großartigen Land helfen müssen, JETZT! MAKE AMERICA GREAT AGAIN." Man wird den Eindruck zwar nicht los, dass Amerika in einem besseren Zustand war, bevor er auf der Bildfläche auftauchte, doch gehört zur Wahrheit auch, dass Obama noch im Weißen Haus residierte und regierte, als das FBI schon einmal von Apple Hintertüren für die Strafverfolgung forderte. Erpressung hatte die Regierung damals aber keine angedeutet.

14.01.2020: Apple widerspricht dem Staatsanwalt, keine Hilfe geleistet zu haben

Der Fall um die tödliche Schießerei in Pensacola , Florida, bei der der Täter zwei iPhones in seinem Besitz hatte, welche der Staatsanwalt gerne auslesen würde, eskaliert allmählich. Der US-Generalstaatsanwalt William Barr wirft Apple vor, bei der Aufklärung des "terroristischen Akts" keine "substantielle Hilfe" gegeben zu haben. Apple widerspricht der Darstellung und stellt klar, man habe den Strafverfolgungsbehörden auf Anordnung hin alle Daten übermittelt, auf die man Zugriff habe.

Am 6. Januar sei die erste Anordnung in Cupertino eingegangen, am 8. Januar habe man dann von einem zweiten iPhone erfahren. Bei den Daten handelt es sich um solche, die auf Apples Servern gespeichert sind, die Ermittler hätten aber gerne Zugriff auf die gesperrten Geräte des getöteten Attentäters, eines Angehörigen des saudi-arabischen Militärs, der an einer Fortbildung auf dem Luftwaffenstützpunkt teilnahm. Apple hat aber bereits deutlich gemacht , keine Hintertür für iOS programmieren zu können und zu wollen, über die ein Zugriff auf verschlüsselte Daten möglich würde.

Microsofts CEO Satya Nadella hat vor Reportern in New York zwar die Idee einer Hintertür zur Umgehung einer Verschlüsselung als schlecht bezeichnet, Apple in dem neuen Streit mit den Behörden aber nicht wirklich unterstützt. Man könne auf beiden Seiten keine unverrückbaren Positionen einnehmen, Firmen sollten sich aber nicht grundsätzlich verweigern. Letztlich sei alles eine Frage der Gesetzgebung in einer Demokratie, ein technischer Ausweg könnte treuhänderisch verwaltete Schlüssel sein.

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