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Typewise Keyboard: Alternative Tastatur für iOS geht online

16.12.2019 | 10:23 Uhr | Thomas Hartmann

Die neue Tastatur-App eines Schweizer Startups will Tippfehler auf dem iPhone um 80 Prozent reduzieren – und das mit vollem Datenschutz.

Typewise   ist nach dreijähriger Entwicklung (gestartet als “WRIO Keyboard”) und längerer Betaphase nun offiziell im App Store verfügbar. Mit dem neuartigen Konzept der Anordnung und Präsentation der Tasten will man die 140 Jahre alte QWERTY-Tastatur, die eigentlich für Schreibmaschinen entwickelt wurde, durch eine für Smartphones besser geeignete ersetzen. Daher sind die Tasten bei Typewise komplett anders als gewohnt angeordnet: Die vertraute Tastatur wird bei Typewise durch ein hexagonales Design ersetzt, bei dem die Tasten um 70 Prozent größer sind und viel leichter zu treffen sein sollen. Dazu kommen Gesten, um Buchstaben groß zu schreiben, zu löschen, zum Wiederherstellen oder um beispielsweise zu den Emojis zu wechseln.

Im Unterschied zu Gboard oder Swiftkey läuft Typewise komplett offline, um die Privatsphäre des Nutzers zu garantieren. Dennoch lernt Typewise laut Entwickler, was und wie man tippt und will dabei falsche Autokorrekturen oder sinnlose Vorhersagen vermeiden. Dazu benötige Typewise keinen ”vollen Zugriff” in den Einstellungen etwa auf Kalender, Kontakte, GPS-Standort und anderes, sondern lediglich eine Freigabe für die Tastatur.

Dazu kommt die Unterstützung für eine ganze Reihe von internationalen, zum Teil auch exotischeren Sprachen.

Die prinzipielle Verwendung des Tools aus dem App Store  (für iPhones ab iOS 12) ist kostenlos, um aber alle Funktionen nutzen zu können, benötigt man ein Abo für Typewise Pro. Dieses kostet nach einer 30-tägigen Testversion 2 Euro pro Monat oder 10 Euro pro Jahr.

Unser erster Eindruck

Ein zweifellos interessantes und originelles Konzept, bei dem uns freilich die Lernkurve anfangs recht hoch erscheint, nachdem wir die Anleitung zweimal durchlaufen haben. Das bemängeln auch die ersten User im App Store – freilich kann man auch innerhalb von Typewise zum klassischen Tastaturlayout zurückschalten, was dann natürlich den Sinn des neuen Ansatzes relativiert.

Immerhin gelang es uns beim zweiten Mal in der Anleitung schon deutlich besser, um mit der völlig anderen Tastaturanordnung und den diversen Wischgesten klarzukommen, aber in der Alltagsnutzung, wenn man beim Tippen nicht ständig über den nächsten Schritt nachdenken will, ist es dann doch noch etwas komplex. Nur ein Langzeittest kann zeigen, ob dies für einen User eine praktikable Alternative ist oder nicht.

Fürs iPad ist Typewise eher nicht gedacht, dort funktioniere die klassische 10-Finger-Tastatur wegen des deutlich größeren Displays schließlich gut genug. Prinzipiell einsetzen lässt sie sich dort aber auch.

Auch an Android-User haben die Entwickler gedacht, Typewise Keyboard gibt es auch im Google Play Store   zu den gleichen Bedingungen ab Android 6.0.

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