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US-Handelsstreit: Wie Apple die Oberhand behält

04.03.2019 | 16:15 Uhr |

Der Handelsstreit zwischen den USA und China beherrscht nach wie vor die Wirtschaftsnachrichten. Viele Branchen leiden unter den Strafzöllen, die sich die Regierungen der beiden Weltmächte gegenseitig auferlegen. Doch Apples CEO Tim Cook manövriert den Konzern durch die Krise. Sein Mittel: Diplomatie

Der andauernde Handelsstreit zwischen China und den USA beeinträchtigt fast alle industriellen Branchen der beiden Länder. Apple hat zwar auch mit sinkenden Verkaufszahlen und Aktienkursen zu kämpfen, vergleichsweise wenig davon ist aber auf den Handelsstreit zurückzuführen.

Denn die gegenseitig auferlegten Strafzölle zwischen den USA und China hat der Konzern bisher gut überstanden. Nicht zuletzt deshalb, weil das iPhone von den Sanktionen unberührt blieb, die US-Präsident Trump verhängt hat. Laut dem Magazin Politico ist das zu großen Teilen Apples CEO Tim Cook zu verdanken . Denn Cooks Strategie unterscheide sich von der anderer Firmenchefs. Cook setze auf Kommunikation, sowohl mit der Trump-Administration, als auch mit China. 

Wenig Sympathien für Donald Trump im Silicon Valley

Die meisten großen Technologiekonzerne in den Vereinigten Staaten zeigen wenig Sympathien für die Trump-Administration. Das liegt wohl vor allem an der liberal eingestellten Belegschaft. Trumps Aussagen über Minderheiten und Frauen kommen bei ihnen nicht gut an. Das hat zur Folge, dass Amazon und Facebook nur Mitarbeiter aus dem unteren Management nach Washington schicken. 

Cook setzt auf Diplomatie

Die Herangehensweise von Tim Cook unterscheide sich laut Politico in vielen Punkten. Trotz Reibungspunkten während des republikanischen Wahlkampfs 2016 setze Cook auf Kommunikation, sowohl mit Trump als auch mit der Kommunistischen Partei Chinas. Cook hat sich schon mehrere Male persönlich mit dem US-Präsidenten getroffen und reist regelmäßig nach China. Er vertrete die pragmatische Ansicht und als Geschäftsführer habe er Möglichkeiten, die Politik des Landes mitzugestalten, wenn er mit der Regierung zusammenarbeitet.

Laut eines Angestellten der Trump-Administration, der mit der Thematik vertraut ist, habe Cook eine gute Beziehung zum Präsidenten und seiner Regierung aufgebaut. Das zeige sich auch in politischen Entscheidungen. Zum Beispiel wurden Smartwatches und Bluetooth-Kopfhörer von einem Entwurf gestrichen, der Produkte aufführte, die mit neuen Strafzöllen belegt werden sollten.

Apple macht Zugeständnisse gegenüber Trump

Ein andauernder Streitpunkt zwischen Trump und Cook ist die Produktion von Apple-Produkten in China. Trump fordert, die ausgelagerten Jobs in die USA zurückzuholen. Unwahrscheinlich, sind doch die Produktionskosten in China viel geringer als in den USA. Aber Apple macht Zugeständnisse: 350 Milliarden Dollar will der Konzern in den nächsten fünf Jahren im Heimatland investieren. Unter anderem soll ein neuer Unternehmenscampus in der Nähe von Austin entstehen.

Zwischen den Stühlen

Der Artikel macht klar: Für Tim Cook ist die Kommunikation mit den beiden Parteien ein Balanceakt. Eine gute Beziehung zur amerikanischen Regierung ist für jeden Konzern von Vorteil. Allerdings darf Cook auch nicht China vor den Kopf stoßen. Doch Politico sieht die Möglichkeiten Chinas, Druck auszuüben, als begrenzt an. 3 Millionen Jobs in China hängen an den Lieferketten für Apple-Produkte. Den US-Konzern wirtschaftlich einzuschränken heißt, der eigenen Wirtschaft zu schaden.

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