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US-Kongress: Apple missbraucht Datenschutz gegen Wettbewerb

27.11.2019 | 09:46 Uhr | Peter Müller

Momentan machen sich die US-Senatoren Sorgen um Datenschutz: Manche Unternehmen interpretieren den Begriff zu lasch, manche – zu streng.

Die Änderungen in iOS 13, die Ortungsdienste betreffend, sieht Apple als Fortschritt beim Datenschutz an. So können Anwender Apps nun erlauben, nur einmalig den Standort zu verwenden. Dieser wird dann auch auf der Karte "verschmiert", sodass keine Individualisierung von Standorten möglich ist, jederzeit kann der Anwender Informationen darüber erfragen, wo genau er von welcher App getrackt wurde.

Der auf Kartellrecht spezialisierte Unterausschuss des Justizausschusses des Repräsentantenhauses sieht in den jüngsten Maßnahmen Apples aber die Gefahr, der iPhone-Hersteller würde Anwendungen Dritter damit behindern – und so den freien Wettbewerb. Der Vorsitzende des Komitees, der Abgeordnete der Demokarten aus Rhode Island, David Cicilline, erklärte gegenüber der Washington Post seine Sorge, Apple würde den Datenschutz als "Schutzschild für wettbewerbswidriges Verhalten" missbrauchen.

Das Fehlen einer vernünftigen Gesetzgebung zum Datenschutz würde Plattformen dazu bringen, als De-Facto-Regulator aufzutreten. Apple würde die einmalige Lokalisierung und die stete Erinnerung daran, permanente Ortungen in Apps auch abschalten zu können nicht bei seinen eigenen Apps wie "Karten" oder "Wo ist?" einsetzen – schon im August hatten sich eine Reihe von Entwicklern an Apple gewandt und diese Praktiken als unfair bezeichnet.

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