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US-Senatoren wollen Apple zu USB-C zwingen

20.06.2022 | 09:00 Uhr |

Für Apple hat der Vorstoß wenigstens einen Vorteil: Für die EU, die USA und den Rest der Welt muss man keine unterschiedlichen Geräte bauen.

Nach dem Vorstoß der Europäischen Union, alle Smartphones und kleinen elektronischen Geräte dazu zu zwingen, USB-C zum Aufladen zu verwenden , anstatt proprietäre Methoden wie Lightning, drängen US-Gesetzgeber das Handelsministerium, eine ähnliche Strategie zu verfolgen.

Lightning vs. USB-C: Ist USB-C wirklich “besser“?

In einem Brief an die Handelsministerin Gina Raimondo fordern die Senatoren Ed Markey (Demokrat aus Massachusetts), Elizabeth Warren (Demokratin aus Massachusetts) und Bernie Sanders (Unabhängiger aus Vermont) die Behörde auf, "sich mit Büros und Agenturen im gesamten Handelsministerium abzustimmen, um einen umfassenden Plan zu entwickeln, der sowohl die Verbraucher als auch die Umwelt schützt, indem er das Fehlen eines gemeinsamen US-Ladestandards behebt."

Apple muss Lightning bald völlig aufgeben

Dieser Schritt zielt eindeutig auf Apple und das iPhone ab. In dem Schreiben werden zwar Smartphones, Tablets, tragbare Lautsprecher und E-Reader genannt, doch das mit Abstand am weitesten verbreitete betroffene Gerät ist das iPhone, das weiterhin auf Lightning setzt – wenigstens mit USB-C am anderen Ende. Die Senatoren weisen darauf hin, dass der durchschnittliche Verbraucher etwa drei Ladegeräte für Mobiltelefone besitzt, während 40 Prozent der Verbraucher berichten, dass sie mindestens einmal nicht in der Lage waren, ihr Mobiltelefon aufzuladen, weil es keine kompatiblen Ladegeräte gab. ( Das ist aber so nicht ganz korrekt, es fehlt in der Regel am Kabel. An Ladegeräte mit USB-C- oder USB-A-Buchse kann man Apples mitgelieferte Kabel schon seit jeher anschließen, Anm. d. Red. )

Daher wollen sie "einheitliche Standards für Ladezubehör" festlegen, die, wenn sie in Kraft treten, das iPhone zwingen würden, auf USB-C umzusteigen. Apple verwendet USB-C bereits bei den meisten seiner anderen Geräte, einschließlich Mac und iPad, und es gibt Gerüchte, dass sogar das Einsteiger-iPad in diesem Herbst auf USB-C umgestellt werden soll. Übrig bleiben das iPhone und eine Handvoll Zubehörteile, die noch mit Lightning arbeiten.

Die Senatoren erklären, dass die Richtlinie "das Potenzial hat, den Elektroschrott erheblich zu reduzieren und den Verbrauchern zu helfen, die es leid sind, in Schubladen voller verworrener Ladegeräte zu wühlen, um ein kompatibles zu finden oder ein neues zu kaufen."

Bis die Richtlinie die gesetzgebenden Gremien passiert hat, könnte sie jedoch bereits Makulatur sein, da die Staaten der EU voraussichtlich noch in diesem Jahr ihre eigenen USB-C-Vorschriften erlassen werden, die ab 2024 für neue Geräte gelten: Apple wird kaum ein EU-iPhone mit USB-C bauen und die Modelle für den Rest der Welt auf Lightning belassen.

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